Person Detail

1829
P. Thomas (Kaspar) Bossart von Altishofen
Geburtsjahr: 1858  |   Todesjahr: 1923


Professbuch:
Band B, Nr. 695
Kapitel: 17. Professen unter Abt Basilius Oberholzer 1875-95.
P. Thomas (Kaspar) Bossart von Altishofen
Professjahr: 1879

Professbuchtext:
P. Thomas (Kaspar) Bossart von Altishofen. Geboren den 16. September 1858 als Sohn des Kaspar Bossart und der Verena Schiffmann. Profe▀ 8. September 1879. Priester 20. April, Primiz 25. Mai 1884.
Seit Oktober 1884 studierte P. Thomas an der Gregoriana in Rom, wo er den 26. Mai 1886 zum Doktor der Theologie promovierte. ZurŘckgekehrt, wurde er Professor fŘr Dogmatik, Kirchengeschichte (1890-93) und Introduktion (1892-93). 1894 kam er als Professor an das Ordenskollegium in Rom. Den 9. Dezember 1895 wurde er Dekan und am 30. Mai 1905 Abt des Stiftes. Er starb den 7. Dezember 1923 im Alter von 66 Jahren669.

Abtbuch:
Nr. 53 Thomas II. Bossart von Altishofen
Amtsantritt: 1905  |  Amtsende: 1923

Abtbuchtext:
Thomas II. Bossart von Altishofen (1905 bis 1923). Als Abt Columban an die Regierung kam, hatte er gleich am 9. Dezember 1895 zu seinem Nachfolger im Dekanat P. Thomas Bossart ernannt. Des Sterbenden Wunsch war es, dass ihm sein treuer Dekan nachfolgen m├Âchte, und wirklich w├Ąhlte das am 30. Mai 1905 versammelte Kapitel P. Thomas zum Abte.
Abt Thomas war den 16. September 1858 im luzernischen Altishofen als Sohn des Gerichtsschreibers Kaspar Bossart und der Verena Schiffmann geboren. In der Taufe erhielt er den Namen Kaspar. Eine sorgenlose, ungetr├╝bte Jugend war ihm in der Obhut eines treubesorgten, geistig hochstehenden Vaters und einer frommen, mildt├Ątigen Mutter beschieden. Im Herbste 1872 kam er an die Stiftsschule Einsiedeln, wo er, dank seiner vorz├╝glichen Geistesgaben, nicht nur einer der gewecktesten und besten, sondern auch der heitersten und fr├Âhlichsten Sch├╝ler war. Dass er bei all dem von tiefem Lebensernst durchdrungen war, daf├╝r zeugte, dass er trotz grosser Verlockungen sich im Herbst 1878 ins Kloster anmeldete. Mit noch f├╝nf Gef├Ąhrten empfing er am 8. September 1878 das Ordenskleid und legte am gleichen Tage des folgenden Jahres die hl. Profess ab. Mit grossem Eifer warf er sich sodann auf das Studium der Theologie, besonders wurde die Summa des hl. Thomas von Aquin seine Lieblingslekt├╝re. Den 4. April 1880 wurde er Subdiakon, den 23. April 1882 Diakon und am 20. April 1884 Priester. An seiner Primiz, den 25. Mai, konnte freilich sein Vater nicht mehr teilnehmen; er war w├Ąhrend des Noviziatsjahres gestorben.
Da der junge Pater ganz besondere Eignung f├â┬╝r das Theologiestudium gezeigt, so entschlo├â%u0178 sich Abt Basilius, ihn zur weitern Ausbildung nach Rom zu senden. Im Herbst kam er daher dorthin an die von den Jesuiten geleitete Gregorianische Universit├â┬Ąt. Am 26. Mai 1886 erlangte er den theologischen Doktorgrad und kehrte dann in die Heimat zur├â┬╝ck, um hier als Theologieprofessor an der Hauslehranstalt des Klosters zu wirken. ├é┬źWer das Gl├â┬╝ck hatte, Dr. P. Thomas als Lehrer zu haben├é┬╗, so schrieb sp├â┬Ąter einer seiner Sch├â┬╝ler, ├é┬źder hatte Gelegenheit, sein reiches Wissen und seine noch reichere Seele dabei zu bewundern. Er war zu sehr Mann von praktischem Sinn, als da├â%u0178 er nur Theoretiker auf dem Katheder gewesen w├â┬Ąre. Alle Theorie mu├â%u0178te ins Leben, in die Praxis umgesetzt werden. Sein Vortrag war Leben, war praktisches Leben, dabei aber freilich durchweht vom Zuge edler, hinrei├â%u0178ender Begeisterung und Liebe zu den hohen Gegenst├â┬Ąnden, ├â┬╝ber die er zu lehren hatte. Ja, zu begeistern, die jungen Herzen mit Liebe zu Gott, in dessen unendliche Sch├â┬Ânheiten er sie spekulativ hineinschauen lie├â%u0178, zu entflammen, Seeleneifer f├â┬╝r das Heil der unsterblichen Seelen zu wekken und seine Sch├â┬╝ler mit Liebe zur Kirche zu erf├â┬╝llen, ├â┬╝ber deren g├â┬Âttlichen Ursprung er so ├â┬╝berzeugend fest und klar die Beweise erbrachte, das verstand keiner so wie P. Thomas. Darum sind die Jahre dieses Wirkens gewi├â%u0178 auch f├â┬╝r das Kloster Jahre des Segens gewesen.├é┬╗ Aber nicht nur in der Schule verband er so aufs sch├â┬Ânste Theorie und Praxis, er verstand es auch durch sein Wirken im Beichtstuhl und auf der Kanzel, das was er lehrte, in die Wirklichkeit umzusetzen.
So gut man auch die T├â┬Ątigkeit des Theologieprofessors zu sch├â┬Ątzen wu├â%u0178te, so glaubte doch Abt Basilius im Interesse des Ordens, einer an ihn ergangenen Bitte entsprechen zu sollen und P. Thomas als Theologieprofessor an das neuauflebende Ordenskollegium in Rom senden zu sollen. So mu├â%u0178te P. Thomas im Herbst 1894 nach Rom gehen; er ahnte nicht, da├â%u0178 sein Aufenthalt daselbst nur kurz sein sollte. Die Kunde vom Tode des Abtes Basilius rief ihn Ende November 1895 nach Hause, um an der Wahl des Nachfolgers teilzunehmen. Schon damals kam er als Abt neben P. Columban in Frage. Kein Wunder, da├â%u0178 dieser ihn darum alsbald zum Dekan ernannte. Seine gro├â%u0178e Menschenkenntnis, seine Leidenschaftslosigkeit wie seine G├â┬╝te und sein wohlwollendes Verst├â┬Ąndnis rechtfertigten das gro├â%u0178e Vertrauen, das Abt und Mitbr├â┬╝der auf ihn gesetzt hatten. Neben der Arbeit f├â┬╝r die ihm anvertraute Klosterfamilie fand der Dekan immer auch wieder Zeit, im Beichtstuhl und auf der Kanzel zu wirken. Dies erwarb ihm auch nach au├â%u0178en ein gro├â%u0178es Ansehen. Als Abt Columban nach kaum zehnj├â┬Ąhriger Regierung 1905 starb, herrschte ├â┬╝ber seinen Nachfolger wohl kaum ein Zweifel. Am 30. Mai 1905 ging auch P. Thomas als Abt aus dem ersten Wahlgang hervor. Rom best├â┬Ątigte die Wahl am 30. Juni und am 11. Juni, dem Fest des hl. Benedikt, empfing er aus der Hand seines Freundes, dem Abt-Primas Hildebrand de Hemptinne, die feierliche Benediktion. Ein Verwandter des Abtes, P. Heinrich Schiffmann aus dem Kloster Engelberg, hielt ihm die Ehrenpredigt.
Getreu seinem Wahlspruch: ├é┬źMagis prodesse quam praeesse├é┬╗, suchte der neue Abt vor allem das Heil der ihm Anvertrauten. Nach au├â%u0178en hin waren ihm zun├â┬Ąchst, bis der furchtbare Krieg ausbrach, ruhige Zeiten beschieden. Seine Aufmerksamkeit galt darum in erster Linie dem Opus Dei. Er erschien regelm├â┬Ą├â%u0178ig, trotz der vielen Gesch├â┬Ąfte, im Chor, hielt darauf, da├â%u0178 alle kirchlichen Funktionen mit gr├â┬Â├â%u0178ter Genauigkeit vollzogen wurden. In der Besorgung der Wallfahrt gab er selbst das herrlichste Beispiel, denn unerm├â┬╝dlich ging er selber in den Beichtstuhl. F├â┬╝r die Stiftsschule - obwohl er selber nie dort gewirkt hatte - besa├â%u0178 er volles Verst├â┬Ąndnis. Er sorgte f├â┬╝r die so n├â┬Âtige weitere Ausbildung t├â┬╝chtiger Kr├â┬Ąfte. Die R├â┬Ąumlichkeiten wurden erweitert und verbessert. In den Schlafs├â┬Ąlen wurden Toiletteneinrichtungen geschaffen, die Aborte erhielten ganz neue, hygienische Anlagen. Ein gleiches war im Kloster selber der Fall; damit hing die Schaffung der Kanalisation und einer eigenen Wasserversorgung f├â┬╝r das Stift zusammen. Das Naturalienkabinett wurde unter ihm umgebaut und erweitert.
Vor allem ist es die gro├â%u0178e Kirchenrenovation, die 1910 in Angriff genommen wurde, und die gl├â┬╝cklich noch vor dem Weltkriege zum Abschlu├â%u0178 kam, die den Namen dieses Abtes f├â┬╝r immer festhalten wird. F├â┬╝r die Laienbr├â┬╝der wurde ein neues Stockwerk aufgebaut, da ihre Zahl in stetigem Wachsen war. Die Klosterk├â┬╝che erfuhr eine durchgreifende Umgestaltung. F├â┬╝r die G├â┬Ąrtnerei wurde ein gro├â%u0178es Treibhaus angelegt. Der Entschlu├â%u0178, eine neue Zentralheizung zu schaffen, wurde noch unter seiner Regierung gefa├â%u0178t.
Nach au├â%u0178en wurde der T├â┬Ątigkeitsbereich des Klosters erweitert. Neue Stellen in Instituten wurden ├â┬╝bernommen (Wiesholz, Ste. Croix in Freiburg, Stella maris in Rorschach, zeitweise auch Cazis u. a.). Die Missionen in Amerika erhielten auch unter ihm noch neuen Nachschub. Der bisherige Abt des Klosters Richardton wurde am 9. April 1910 durch Pius X. zum Bischof von Bismarck ernannt. Schon vorher war, am 16. September 1905, P. Raymund Netzhammer durch den n├â┬Ąmlichen Papst zum Erzbischof von Bukarest bestimmt worden. In P. Lucius Fetz gab Abt Thomas dem hohen Mitbruder einen treuen Sekret├â┬Ąr zur Seite. Vor allem wurden vom Stifte aus viele Volksmissionen und Exerzitien im Schweizerlande und dar├â┬╝ber hinaus gehalten.
Gegen Ende seiner Regierung trug er sich noch mit gro├â%u0178en Pl├â┬Ąnen, die er trotz seines leidenden Zustandes in Angriff nahm. Den 9. Dezember 1921 beschlo├â%u0178 das Kapitel die Errichtung einer landwirtschaftlichen Schule in Pf├â┬Ąffikon, f├â┬╝r die gro├â%u0178e Umbauten n├â┬Âtig wurden. Die ├â%u0153bernahme des Collegio Papio in Ascona wurde ebenfalls noch unter seiner Regierung beschlossen, kam aber gleichfalls erst nach seinem Tode zur Ausf├â┬╝hrung.
Unter der Regierung von Abt Thomas wurde Einsiedeln immer mehr der beliebte Versammlungsort der Kongresse. So fand 1906 der internationale Marianische Kongre├â%u0178 hier statt, es folgten die verschiedenen schweizerischen Herz-Jesu-Kongresse, die schwyzerischen Katholikentage, die Tagungen des Frauenbundes, der Tertiaren, der J├â┬╝nglinge, Gesellen, der Jungfrauen. Immer fand Abt Thomas, der auch ├â┬Âfters ausw├â┬Ąrts noch als Prediger auftrat, ein begeistertes und begeisterndes Wort.
Es fehlte nicht an Anerkennungen f├â┬╝r dieses Wirken. Einsiedeln verlieh ihm und seinen Nachfolgern am 22. Juni 1919 das Ehrenb├â┬╝rgerrecht. Schon 1905 hatte ihm der hl. Vater das Privilegium der Cappa magna verliehen, wovon er freilich nie Gebrauch machte. Durch Vermittlung guter Freunde, vor allem des Einsiedeln so anh├â┬Ąnglichen Msgr. Skirmunt und des damaligen Bischofs von Chur, Fidelis Battaglia, erhob Pius X. 1906 das Stift zur Abbatia nullius, wodurch der bisherigen Rechtsunsicherheit ein Ende bereitet wurde. Der F├â┬╝rst von Hohenzollern verlieh auch ihm, wie seinen Vorg├â┬Ąngern, den f├â┬╝rstlichen Hausorden. Rom hatte ihn auch mehr denn einmal f├â┬╝r h├â┬Âhere Posten, einmal f├â┬╝r die Wiener Nuntiatur in Aussicht genommen. Es gelang ihm aber, dies zu verhindern, ebenso wie er 1913 alles daran setzte, um die auf ihn gefallene Wahl zum Abt Primas r├â┬╝ckg├â┬Ąngig zu machen. Der Abt hatte am 2. April 1913 Einsiedeln verlassen, um zun├â┬Ąchst nach Rum├â┬Ąnien zu gehen und dort Erzbischof Raymund zu besuchen. ├â%u0153ber Griechenland ging es dann nach Malta, zum Eucharistischen Weltkongre├â%u0178. Von dort kam er nach Monte Cassino, wo unter Teilnahme der ├â%u201Ebte des ganzen Ordens Kardinal Gasparri die monumentale Krypta des hl. Benedikt einweihte. Am 12. Mai fand sodann in Rom die Primaswahl statt, die fast einhellig auf Abt Thomas fiel. Aber er konnte sich um keinen Preis zur Annahme entschlie├â%u0178en. Die Frage kam vor den hl. Vater, der die Wahl lebhaft begr├â┬╝├â%u0178te, aber zugleich erkl├â┬Ąrte, da├â%u0178 er den Gew├â┬Ąhlten nicht zwingen wolle. Damit war die Frage entschieden. Abt Thomas konnte wieder in sein geliebtes Stift zur├â┬╝ckkehren, das ihm am 17. Mai einen feierlichen Empfang bereitete.
Der Ausbruch des Weltkrieges stellten das Kloster und seinen Abt vor neue Aufgaben. Die Arbeiten und vor allem die Sorgen stiegen gewaltig an. Nicht nur, da├â%u0178 die Verwaltung des Stiftes weit mehr seine Kr├â┬Ąfte in Anspruch nahm, da├â%u0178 die finanzielle Lage des Gotteshauses unter den obwaltenden Umst├â┬Ąnden ihm schwer zu schaffen machte, auch von au├â%u0178en wurden immer gr├â┬Â├â%u0178ere Anforderungen an den Abt gestellt. Schon von jeher hatte Abt Thomas eine offene Hand f├â┬╝r alle gehabt, die ihn um Hilfe angingen. W├â┬Ąhrend des Krieges wuchs die Zahl derer, die so oder anders um Unterst├â┬╝tzung baten, ins Unglaubliche. Wo und wie er nur konnte, suchte er zu helfen. Er erachtete es als eine selbstverst├â┬Ąndliche Aufgabe, hierin dem edeln Zug seines Herzens zu folgen. Jeder Ungl├â┬╝ckliche fand hier eine offene T├â┬╝re. Er verstand es aber auch, sein Kloster, das w├â┬Ąhrend der Kriegsjahre mehrfach wegen seiner Gesinnung dem Auslande gegen├â┬╝ber verd├â┬Ąchtigt wurde, als eine wirklich neutrale St├â┬Ątte zu erhalten. Da├â%u0178 er dem Primas des Ordens und andern hochstehenden kirchlichen Pers├â┬Ânlichkeiten ein gastfreundliches Asyl bot, konnte nur blinder Fanatismus verargen. Dem feinen Taktgef├â┬╝hl des Abtes lag jede Verletzung eines andern ferne. F├â┬╝r die deutschen Kriegsgefangenen stellte er einen Pater zur Verf├â┬╝gung, der im Auftrage des Bundesrates sie besuchte und sich um ihre Seelsorge annahm. Viele Anliegen von h├â┬╝ben und dr├â┬╝ben fanden unter seiner Hand ihre Erledigung. Und erst nach dem Kriege, als die Not der Mittelm├â┬Ąchte ins Ungemessene stieg, als das Stift selber, abgesehen von den hohen Kriegssteuern, gro├â%u0178e Verluste zu verzeichnen hatte, da war Abt Thomas unerm├â┬╝dlich im Helfen und im Vermitteln von fremder Hilfe. Viele Ferienkinder aus ├âľsterreich und Belgien fanden w├â┬Ąhrend und nach dem Kriege in Einsiedeln und im Stifte selber Unterkunft. Kaiserin Zita von ├âľsterreich lie├â%u0178 auf der Medaille, die sie zum Zeichen des Dankes f├â┬╝r die Schweizerhilfe, pr├â┬Ągen lie├â%u0178, eigens das Stift Einsiedeln anbringen. K├â┬Ânig Albert von Belgien verlieh dem Abte einen Orden zur Anerkennung f├â┬╝r seine Dienste.
Auf alle, die mit dem Abte in Ber├â┬╝hrung kamen, ├â┬╝bte seine Pers├â┬Ânlichkeit einen eigenen Zauber aus. Wie kaum ein Abt vor ihm, war er weit ├â┬╝ber die Grenzen der Heimat hinaus bekannt und verehrt. Kirchenf├â┬╝rsten wie Rampolla, der zweimal monatelang in Einsiedeln sich aufhielt, wie die Kardinale Ferrari, Gasparri, Gasquet, u. a. sch├â┬Ątzten ihn sehr hoch. Kaiser Karl von ├âľsterreich war w├â┬Ąhrend seiner Verbannung mehrmals in Einsiedeln und vertraute dem Abte w├â┬Ąhrend seines Fluges nach Ungarn, seine Kostbarkeiten an. Kaiser Wilhelm, der anl├â┬Ą├â%u0178lich seines Besuches in der Schweiz, 1912, auch Einsiedeln zu sehen w├â┬╝nschte, aber auf Bitten des Abtes, der jedes unn├â┬Âtige Aufsehen vermieden wissen wollte, davon abstand, sandte ihm sein in ├âľl gemaltes Bildnis. Noch mehr aber verehrten ihn die ungez├â┬Ąhlten Namenlosen, denen er im Beichtstuhle ein treuer F├â┬╝hrer und Tr├â┬Âster war.
Anl├â┬Ą├â%u0178lich einer Festfeier auf Maria Bildstein zog sich der Abt am 7. September 1919 eine Erk├â┬Ąltung zu, die ein Nierenleiden zur Folge hatte. Dazu gesellte sich hartn├â┬Ąckige Ischias. Strenge Di├â┬Ąt und mehrmaliger Kuraufenthalt in Baden verschafften dem Kranken wohl Linderung, aber keine dauernde Besserung. Langsam schwanden die Kr├â┬Ąfte. Gegen Herbst 1923 blieb kein Zweifel mehr ├â┬╝brig, da├â%u0178 die Tage des Abtes gez├â┬Ąhlt seien. Doch zog sich das Ende noch hinaus, bis Abt Thomas endlich am 7. Dezember 1923 von seinem Leiden erl├â┬Âst wurde. Am 12. Dezember fand die feierliche Beisetzung statt, an der die Bisch├â┬Âfe von St. Gallen, Freiburg, Lugano und St. Maurice und acht Abte teilnahmen. Auch die Regierungen von Schwyz, Luzern, Unterwaiden waren offiziell vertreten. General Wille und Oberstkorpskommandant Steinbuch, die mit dem Abte pers├â┬Ânlich befreundet waren, gaben ihm nebst ungez├â┬Ąhlten andern, geistlichen und weltlichen Standes, die letzte Ehre. Pr├â┬Ąlat Dr. Beck von Freiburg hielt die Trauerrede, Abt Primas Fidelis von Stotzingen das Pontifikalrequiem.
├é┬źAbt Thomas war eine ideale Pers├â┬Ânlichkeit. Wer mit ihm zusammenkam, f├â┬╝hlte sich zu ihm hingezogen. Niemand konnte sich dem Zauber seiner Pers├â┬Ânlichkeit entziehen. Mit dem H├â┬Âchstgestellten wie mit dem ├â%u201Ermsten und Niedrigsten wu├â%u0178te er gleich vorz├â┬╝glich zu verkehren. Eine gewinnende Freundlichkeit, eine herzliche Heiterkeit, eine bescheidene Liebensw├â┬╝rdigkeit, ein milder Ernst, alles das lag in seinen Z├â┬╝gen und war begr├â┬╝ndet in seinem tiefsten Wesen. Die Quelle all dieser Vorz├â┬╝ge aber war seine gl├â┬╝hende Gottesliebe und eine hingebende N├â┬Ąchstenliebe, eine sich opfernde Selbstlosigkeit .... Die heilige Freude und die ideale Auffassung, die den Novizen erf├â┬╝llte und verkl├â┬Ąrte, ist ihm zeitlebens geblieben und spiegelte in seinen Z├â┬╝gen das Bild wahren innern Gl├â┬╝ckes. Das gab seinem Reden und Tun, seinem Auftreten und Handeln ein besonderes Gepr├â┬Ąge. Der Verkehr mit ihm war f├â┬╝r alle erhebend und gewinnbringend.
Als Abt war er unabl├â┬Ąssig bestrebt, den Forderungen des gro├â%u0178en Gesetzgebers der M├â┬Ânche, des hl. Benediktus, nachzukommen; doppelt hat er ihnen vorgeleuchtet durch Wort und Beispiel. Er war eine strahlende Leuchte durch seine Fr├â┬Âmmigkeit, die gar nichts Aufdringliches und Absto├â%u0178endes hatte, durch sein beharrliches Streben nach Fortschritt in Tugend und Vollkommenheit, durch unerm├â┬╝dliche Arbeit f├â┬╝r die Seelenrettung, durch seine sich immer gleichbleibende Sanftmut und Milde. Je weniger ihm sein arbeitsreiches Amt erlaubte, sich wissenschaftlich zu bet├â┬Ątigen, desto heller erstrahlten die Tugenden, die dem Hausvater einer so gro├â%u0178en Familie ziemen.
Der Grundzug seines Wesens war Milde und Liebe - Johannesliebe. Wohl nie sah man den Abt Thomas in erregter Aufwallung, in zorniger Aussprache. Er konnte leicht err├â┬Âten, die Lippe zitterte leise, aber kein Wort der Ungeduld oder des Zornes verriet eine Tr├â┬╝bung der seelischen Stimmung. Er konnte - er mu├â%u0178te tadeln, aber das Wort des Tadels ging immer durch seine zarte R├â┬╝cksicht und Milde hindurch und konnte nie verletzen. Lieber als Fehler r├â┬╝gen, pries er das entgegengesetzte Handeln, die Tugend . . . . .
Gewi├â%u0178 nichts Vollkommenes unter der Sonne! Treffend bemerkte der Redner bei der sogen. Abdankung am Vorabend vor der Beisetzung: ├é┬źEinen Fehler hatte er, wenn es ein Fehler ist: zu gro├â%u0178e Liebe├é┬╗. Wohl manchmal widersprach er nicht, wo es die Klugheit geboten h├â┬Ątte, um nicht anzusto├â%u0178en und nicht wehe zu tun. Er schwieg oft zu Behauptungen und Anfragen, wo er eigentlich ein ├é┬źNein├é┬╗ h├â┬Ątte einlegen m├â┬╝ssen und wo sein Schweigen als Zustimmung aufgefa├â%u0178t wurde. Diese allzu gro├â%u0178e R├â┬╝cksichtnahme wurde ihm mehr denn einmal als Schw├â┬Ąche gedeutet, ja zog ihm den Vorwurf der Unbest├â┬Ąndigkeit und Unzuverl├â┬Ąssigkeit zu. Auch ein gewisses Mi├â%u0178trauen mochte bisweilen, besonders in den letzten Lebensjahren, den frohen Optimismus verdr├â┬Ąngen. Es mochte dies, ebenso wie eine immer mehr sich geltend machende Zaghaftigkeit und Unentschlossenheit eine Folge des Mi├â%u0178brauches seiner G├â┬╝te, vorz├â┬╝glich aber seiner langwierigen schmerzlichen Krankheit sein. Doch was sind diese kleinen M├â┬Ąngel gegen├â┬╝ber den gro├â%u0178en Vorz├â┬╝gen des verewigten Abtes? .... Wenn das Stift in den letzten Jahrzehnten hohe Ehrung und Anerkennung gefunden, so ist das zu einem gro├â%u0178en Teil das Verdienst der Glanzgestalt Thomas II.├é┬╗1025.

Schriften:
a) Gedruckte:
1. Zum Namenstag der Mutter. Gedicht. (Ohne sein Wissen gedruckt im ┬źVaterland┬╗. 1883.)
2. Die englischen Martyrer im 16. Jahrhundert. ┬źEinsiedler Kalender.┬╗ 1888.
3. Die Anf├Ąnge der franz├Âsischen Revolution. ┬źEinsiedler Kalender.┬╗ 1889.
4. Jotsalds Klage um den dahingeschiedenen Odilo. In ┬źDer hl. Abt Odilo von Cluny in seinem Leben und Wirken┬╗. Von P. Odilo Ringholz. ┬źStudien und Mitteilungen.┬╗ VI. Jahrgang. 1885. S. 270.
5. Eine Fahrt zur Wiege des hl. Thomas von Aquin. ┬źAlte und Neue Welt.┬╗ 1889. 23. Jahrg. S. 430 und 468.
6. Der hl. Papst Gregor der Gro├če. Zur 1300j├Ąhrigen Centenariumsfeier. 3. September 1890. ┬źAlte und Neue Welt.┬╗ 1890. 24. Jahrg. S. 600.
7. Am Grabe des hl. Gregor VII. ┬źEinsiedler Kalender.┬╗ 1891.
8. Der hl. Rock in Trier. Gegen einen Vortrag des Apostaten Hassler in Basel. ┬źVaterland.┬╗ Oktober 1891.
9. Der ehrw. Alexander Luzzago. ┬źEinsiedler Kalender.┬╗ 1892.
10. P. Georgius Ulber O.S.B. ┬źAlte und Neue Welt.┬╗ 1892. 26. Jahrg. S. 626.
11. Allerlei Kulturkampf. Gegen einen Vortrag des Protest. Pastors L. v. Wyss in Z├╝rich ├╝ber den neuen Katholizismus. ┬źVaterland.┬╗ 1892. Nr. 171/72.
12. Dr. D├Âlliger, Die Altkatholiken. Von P. Michael. Referat ├╝ber einen Aufsatz P. Michaels S. J. in der ┬źZeitschrift f├╝r katholische Theologen┬╗. ┬źVaterland.┬╗ 1893. Nr. 23.
13. Kardinal Manning. ┬źEinsiedler Kalender.┬╗ 1893.
14. Das Schreckensjahr 1793. ┬źEinsiedler Kalender.┬╗ 1893.
15. Treu mit Maria beim Kreuze. Predigt zur 25j├Ąhrigen Stiftungsfeier des kathol. Gesellenvereins von Einsiedeln. 23. August 1896. Einsiedeln. Eberle, Rickenbach. 1896. 8 ┬░. 14 Seiten. X 280, 11.
16. Der hl. Ambrosius von Mailand. Zu seinem f├╝nfzehnhundertsten Todestage. 15. April 397. ┬źAlte und Neue Welt.┬╗ 1897. 31. Jahrg. S. 565.
17. P. Bernhard Christen von Andermatt, Titularerzbischof von Stauropolis, gewesener General des Kapuzinerordens. Gest. 11. M├Ąrz 1909. Worte der Erinnerung, gesprochen bei der Beerdigungsfeierlichkeit in der Institutskirche zu Ingenbohl. 15. M├Ąrz. Benziger & Co. 1909. Ha 951, 2.
b) Ungedruckte:
Theologia fundamentalis seu Apologetica i. e. Demonstratio Veritatis Ecclesiae catholicae. Fol. Unpag. M E 37.
Tagebuch des Abtes Thomas. Als Student 1870-72; 1872-75; 1875-76; 1876-77. Als Frater 1880; 1881; 1882 bis 1884. 8 ┬░. 8 B├Ąnde. Unpag. Archiv A. HB 109.
Akten ├╝ber Wahl. A. XB 13. Rechnungsb├╝cher. A. TP 57.
Korrespondenz. A. ZB (8). 15 Faszikel.
- Abbatia Primatialis et Collegium S. Anselmi in Urbe. Jahresbericht 1909. Enth├Ąlt u.a.: P. Fridolin Segm├╝ller als Professor der Kirchengeschichte und Arch├Ąologie sowie Abt Thomas Bossart als Gast. (Annales Ordinis S. Benedicti 17, 1909, 34-41).


Portraits:

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Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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