Person Detail

1644
P. Paul (Peter Maurus Josef Aloys) Ghiringhelli von Bellenz
Geburtsjahr: 1778  |   Todesjahr: 1861


Professbuch:
Band B, Nr. 510
Kapitel: 13. Professen unter Abt Beat Küttel 1780-1808.
P. Paul (Peter Maurus Josef Aloys) Ghiringhelli von Bellenz
Professjahr: 1796

Professbuchtext:
P. Paul (Peter Maurus Josef Aloys) Ghiringhelli von Bellenz. Geboren den 15. Oktober 1778 als Sohn des Karl Josef Ghiringhelli und der Felizitas Molo. Profeß 15. August 1796. Als Novize trug er den 15. Januar 1796 die ersten Kartoffeln, die je auf den Konventtisch kamen, auf. Priester 19. Dezember 1802. Seine Studien hatte er in Neresheim und Fiecht gemacht.
Den 17. Oktober 1804 kam P.Paul als Lehrer nach Bellenz, wo er bis 1823 wirkte. Mit P. Raphael und P. Michael wurde er den 29. Juli 1818 Mitglied der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft. 1823 kam er als Küchenmeister in das Stift zurück. Den 20. Oktober 1827 wurde er Statthalter in Freudenfels, wo er bis zum 5. Januar 1858 wirkte. Sein goldenes Priesterjubiläum feierte er den 9. Mai 1854 in Einsiedeln531. Die Sekundiz selbst wäre auf den 26. Januar 1853 gefallen. Dazu hatten sich P. Augustin Frei, Statthalter in Pfäffikon, P. Meinrad Kälin, P. Gerold Iten, Statthalter in Sonnenberg und P. Justus Landolt, Pfarrer von Eschenz, auf Freudenfels eingefunden. Morgens um 6 Uhr sollte die Jubelmesse gehalten werden. Als die Gäste erschienen und auf den Jubilar warteten, hieß es, er habe schon um 5 Uhr zelebriert. Den 9. August 1859 kehrte P. Paul wieder ins Kloster zurück, wo er den 18. März 1861 im Alter von 83 Jahren als Senior des Klosters und der Kongregation starb. «Er war ein sehr frommer, heiterer, gelehrter Religios, ausgezeichnet in den Kenntnissen der Geschichte, viele Jahre Professor in unserer ehemaligen Residenz zu Bellinzona, einige Jahre Küchenmeister, 30 Jahre Statthalter in Freudenfels. Er hatte bis zum Tode ein feines gutes Gehör, Gesicht und vollen Verstand, sehnte sich nach seiner Auflösung; mit allen hl. Sterbesakramenten bestens versehen, starb er an dem Marasmus senilis532. In einem Nekrolog der «Schwyzer - Zeitung» vom 20. März 1861, Nr. 65, heißt es: «Im Jahre 1818 zeigte sich der Selige beim sogen. Bisthumsgeschäfte als sehr gewandter diplomatischer Kopf und leistete besonders mit der Feder ausgezeichnetes. P. Paul hatte wirklich sehr ausgebreitete und vielseitige Kenntnisse und einen scharfen kritischen Verstand, der ihn in Verbindung mit einem feurigen welschen Temperament, manchmal, wenigstens in den letzten Jahren, auch zu paradoxen Urtheilen verleiten mochte. An den geistigen Bestrebungen des Stiftes in den letzten Jahren nahm er innigen Antheil und freute sich derselben. Sein Charakter und Wandel war ernst und sehr würdig und treu erfüllte er die Pflichten als Priester und Ordensmann, wie er denn auch in Krankheit und Schmerzen der letzten Wochen seinen jüngern Mitbrudern ein rührendes Beispiel schwer zu erringender Tugend gab»533.

Schriften: a) Gedruckte:
1. Helvetischer Almanach für das Jahr 1812. Zürich, bey Orell Füssli & Comp. 18. 243 S. Inhalt:
I. Topographisch-statistische Darstellung des Cts. Tessin. S. 1-192.
II. Tabellen der Ein- und Ausfuhr. S. 193-235.
III. Erklärung der Kupfer. S. 236-243.
IV. Tabelle der Bevölkerung. Charte des Kts. Tessin.
Eine sehr verdienstvolle Arbeit, weil P. Paul ohne Vorgänger war, später von Franscini sehr erweitert.
2. Die Parabel vom verlornen Sohn in 7 verschiedenen Mundarten des Kts. Tessin. (In Stalders Dialectologie. Aarau 1819. 8 °.)
3. Delizie del Cristiano. Eins. oft gedruckt, so z. B. 1852. 18. 240 Seiten mit 2 Bildern.
b) Ungedruckte:
1. Compendio della Storia sacra (geht nur bis David). Fol. 120 S. Mscr. 531 (255).
2. Kurze Schweizergeschichte, für die Einsiedler Residenz in Bellenz geschrieben. 8 °. 51 S. Mscr. 532 (584).
3. Auszug aus Joh. Müllers Schweizergeschichte. 8 °. 182 S. Mscr. 533 (499).
4. Zur Geschichte der politischen Veränderung im Kanton Tessin 1814 (dabei vier Briefe von P.Michael Dossenbach). 8 °. 23 S. Mscr. 557 (500).
5. Rhetorica. 8 °. 96, 16 u. 21 S. Mscr. 1056 (506).
Scripta rhetorica. Della Stile in generale. 71 S. - Istruzione sullo Stile epistolare. 32 S. - De Rhetorica. Unpag. - Ictonte. Poema. Unpag. - Sentenze o Lettura d'Orazio seu Osservazini e Lezioni degne di memoria. S. 1-48 und 97-104. - Varia über die Bibel. 8 °. Unpag. ME 155.
7. La Rettorica e l'arte die parlare in modo adattato a persuadere.
8. Protocoll der Commission, die ein hochw. in pleno versammeltes und von Sr. Hochw. Herrn Decan, Namens des GnädigstenHerrn Abten präsidirtes Kapitel am 4. Sept. 1818 ernannte, zur Vorberathung in den durch das päpstl. Breve vom 23. Mai 1. J. öffentlich angeregten Angelegenheiten der Errichtung des Klosters Einsiedeln in Sedem Episcopalem. A. ZB 10. Fol. 60 S.
9. Ueber geistliche Beredsamkeit, freie, mannigfache Gedanken. Heft IV. 44 S. KAE, EM 2157

Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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