Person Detail

1636
P. Bernhard (Caesar) Foresti von Mailand
Geburtsjahr: 1774  |   Todesjahr: 1851


Professbuch:
Band B, Nr. 502
Kapitel: 13. Professen unter Abt Beat Küttel 1780-1808.
P. Bernhard (Caesar) Foresti von Mailand
Professjahr: 1791

Professbuchtext:
P. Bernhard (Caesar) Foresti von Mailand. Geboren den 4. April 1774 aus einer vornehmen MailĂ€nder Familie. Profeß 15. August 1791. Priester 24. Juni in Chur, Primiz 15. August 1798 in St. Gerold.
P. Bernhard hielt sich von 1798-1802 im Kloster St. Blasien auf, dessen Abt ihm, wie auch Pater Martin das beste Zeugnis ausstellte. Er wurde zuerst Lehrer an der Klosterschule, dann von 1803 bis 1807 an der Klösterlischule in Schwyz. Den 3. Januar 1811 wurde er PrĂ€fekt; als solcher wirkte er bis zum 24. Oktober 1821. Von 1819-48 war er SekretĂ€r des Kapitels und von 1819-51 der Benediktinerkongregation. 1821 wurde er Theologieprofessor und zugleich seit dem 2. November 1821 Fraterinstruktor. Wegen Krankheit mußte er diesen Posten den 26. Oktober 1839 aufgeben. Als er am 24. Mai 1823 mit sechs Fratres zum Empfang der hl. Weihen in Luzern gewesen war, ging er mit ihnen auf der Heimreise auf die Rigi, wo sie am 25., dem TrinitĂ€tssonntag, den Sonnenaufgang bewunderten. Von 1825 bis zum 6. November 1831 war P. Bernhard Kapellmeister, welchem Amt er, nach P. Justus Landolt, mit einem Fleiß und Ausdauer vorstand, wie gewiß keiner vor noch nach ihm. 1826, den 16. MĂ€rz, ging er als Notarius apostolicus zur Abtwahl nach Disentis. Seine Sekundiz feierte er den 24. Juni 1848 mit einer hl. Messe in der Gnadenkapelle, wobei ihm der 83jĂ€hrige P. Josef SchauffenbĂŒhl von Rheinau assistierte. Er starb den 6. Oktober 1851 im Alter von 78 Jahren.
«Mit elf Jahren wurde er schon den Einsiedler Herren ĂŒbergeben. Er war nach seinem Exil in der französischen Revolution Professor in Schwyz, nachher im hiesigen Gymnasium. Dann wurde er PrĂ€fekt, als welcher er bei den vielen Zöglingen, die er unter sich hatte, in gesegnetem Andenken war. Er fĂŒhrte den Horatius in die Schulen ein. Nachher war er mehrere Jahre Fratrum Instructor. Die Disciplin handhabte er zwar, dafĂŒr aber ĂŒbte er zu wenig Einfluss auf die innere Heranbildung der anvertrauten Kleriker. Ein Jeder musste selbst den Weg zu finden trachten. WĂ€hrend einem Jahr lehrte er auch die Moral-Theologie, worin er aber nichts Ausgezeichnetes leistete. WĂ€hrend er diese Aemter bekleidete, war er noch Kapellmeister und Secretarius Capituli und Congregationis. Als Kapellmeister wirkte er ausgezeichnetes. Er wusste die Studenten und Fratres fĂŒr die Musik zu gewinnen, und viele verdanken es ihm, dass sie Musikanten heissen. Er schaffte auch Musikalien an, arangierte Vieles. Freilich wurden dann viele StĂŒcke in der Kirche aufgefĂŒhrt, die, aus weltlichen Opern und Kantilenen in geistliche umgesetzt, nicht dem strengen Kirchenstyl entsprachen. Bei ihm galt besonders sein Landsmann Bonfichi viel, mit dem er persönlich bekannt war. Als daher spĂ€tere Kapellmeister sich einem strengern Styl zuwandten und sich besonders die deutschen Meister zu Ehren zogen und die Italiener in den Hintergrund stellten, wollte dieses ihm nicht behagen, sagte jedoch dagegen nicht mehr als: Basta, oder ich verstehe nicht deutsch. Komponiert hat er, so viel ich weiss, nicht viel, ausser einigen vierstimmigen Antiphonen. - Er galt als guter Lateiner und wurde daher Secretarius Capituli et Congregatiouis. Als solcher kam er oft mit den Nuntien in BerĂŒhrung, bei denen er in grosser Achtung stund. Auch ein Tagebuch in lateinischer Sprache ist von ihm vorhanden. Ueberhaupt war P. Bernhard ein tĂ€tiges Mitglied unseres Klosters. Fleissig war er im Beichtstuhle und viele fromme Weiber hatten ihn zu ihrem Seelenleiter. Als Beichtvater will man ihm ĂŒbrigens zu grosse Milde und Schonung vorwerfen. Grund zu diesem Vorwurf war die Beobachtung, dass notorische SĂŒnder ohne MĂŒhe bei ihm Gnade fanden.
Als er im höhern Alter nur noch in seinem Zimmer Beicht hörte, war zur Osterzeit sein Zimmer ganz belagert von sogenannten OsterkĂ€lbern, weswegen sein Zimmer auch die KalbertrĂ€nke hiess. Möge er den Ausspruch des hl. Franz von Sales, er wolle lieber aus zu grosser Barmherzigkeit als aus zu grosser HĂ€rte zu Grunde gehen und welchem Grundsatz er folgen wollte, recht angewendet haben. - P. Bernhard war ein gar lieber und milder Herr. Er liebte sehr sein Kloster und seine Confratres. Daher empfand er sehr die vielen KrĂ€nkungen und Verfolgungen und Rechtsverletzungen, die in diesen letzten Jahren das Gotteshaus trafen. Ueberdies war er ein vorzĂŒglicher Verehrer Mariens und so lange er nur konnte, half er in der Gnadenkapelle das Salve Regina singen. Krank war er höchst selten, nur Kopfschmerzen litt er bisweilen. Bei solchen ZufĂ€llen half er sich durch strenge DiĂ€t, statt mit Arzneyen. Seit zwei Jahren nahm er an Geist und Körper sichtbar ab. Er bestand nur noch aus Haut und Bein und löschte endlich aus, wie ein Lichtlein, dem das Oel ausgegangen ist»524.

Schriften:
1. Ephemeris seu Diarium Rev. P. Bernardi Foresti, Novitiorum Magistri et Capituli Secretarii ab anno 1823 usque ad annum 1841. I. 1823-27. 269 S. A. HB 79 a. - II. 1828 bis 1830. 232 S. A. HB 79 b. - III. 1831-33. 269 S. A. HB 80. - IV. 1834-36. 304 S. A. HB 81. - V. 1837-38. 223 S. A. HB 82. - VI. 1839-41. 299 S. A. HB 83. - VII. 1842 bis 1845. 334 S. A. HB 84. - 1846-49. 254 S. A. HB 85. Fol.
2. Acta Congregationis. 1800-
3. Acta Capitularia. 18 .. -
4. Predigten. Acta privata A. OC 23.
5. Comödien für das Theater arangirt, z. B. die Medizeer.
6. Anekdoten. 4 °. Unpag. ME 182.
7. Collectanea historico-politica. Fol. Unpag. ME 13.
Musik:
Er copirte eine Masse Musikalien und componirte für Orchester, nebst Kleinigkeiten, Märschen etc. In der Musikbibliothek.
1. Credo in B und D. Theke 466, 8, 10.
2. Offertorium de Smmo in G und C. Non fecit taliter.
3. Eremus afflicta et recreata. - Cantate auf die Benediction des Abtes Conrad. 1808. 660, 3.
4. Salve a due canti c. orch. 466, 11.
5. Ave Maria - Tenor e. coro. 466, 12.
6. Viele vierstimmige Antiphonen für die Vesper.
Die Zierde des Hirtenvolkes Halley soll leben 138, 40. - Die Harmonie ein Singspiel 145, 1. - O sacrum convivium 283, 6. - Caro mea 283, 6. - Hostia sancta 283, 6. - 0 quam suavis 283, 6. - Credidi 466, 9. - Lauda Jerusalem 466, 13. - Tantum ergo 466, 14. - In te speravi 466, 6. - Te ergo quaesumus 466, 7. - 0 salutaris 466, 7. - Jesus dulcis memoria 466, 7. - De profundis 466, 6. - Illumina faciem 466, 6. - Deus misereatur 466, 6. - 4 Motetten 466, 6. - 5 Motetten 466, 7.

Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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