Person Detail

1620
P. Michael (Johann) Dossenbach von Baar
Geburtsjahr: 1764  |   Todesjahr: 1833


Professbuch:
Band B, Nr. 486
Kapitel: 13. Professen unter Abt Beat Küttel 1780-1808.
P. Michael (Johann) Dossenbach von Baar
Professjahr: 1787

Professbuchtext:
P. Michael (Johann) Dossenbach von Baar. Geboren den 14. Dezember 1764 als Sohn des Ratsherrn Philipp Dominik Dossenbach und der Maria Verena Bütler im Thalacker. Profeß 3. Mai 1787. Priester 23. Februar, Primiz 22. April 1794.
P. Michael wurde im Mai 1794 Bibliothekar und am 15. d. J. Vizekapellmeister. In den Jahren 1795 bis 1797 war er Katechet in Euthal. Als die Franzosen 1798 heranzogen, floh er den 28. April gegen das Glarnerland hin, wurde aber bei Niederurnen als Spion abgefaßt und verhört, dann aber laufen gelassen. Über den Wallensee kam er ins Vorarlberg, wo er in der Folge im Dominikanerinnenkloster St. Peter in Bludenz blieb. Im Herbst 1798 ging er, mit Erlaubnis des Abtes, einer Einladung seines Freundes, des P. Plazidus Braun, Großkeller, Bibliothekar und Archivar im Stifte St. Ulrich in Augsburg, folgend, dorthin, wo er am 16. November anlangte. Im Mai 1799 kam er von dort nach St. Gerold, wo er den Sommer über blieb, um dann im Herbste einer Einladung des P. Vital Mösl nach St. Peter in Salzburg zu folgen. Dort wurde er dritter Pönitentiar an dem der Benediktiner Universität einverleibten Wallfahrtsort Maria-Piain. Bis im Frühjahr 1801 wirkte er hier, um dann anfangs März über Regensburg, München, Augsburg, Ulm, Schaffhausen und Zürich nach seinem Heimatsorte zurückzukehren. Hier traf er seinen Landsmann P. Markus an. Er selber nahm zunächst die Stelle eines Frühmessers in Steinhausen an; nach fünf Wochen ging er nach Arth, um dort dem alten Kaplan Felchlin beizustehen. Am 10. August 1801 wurde er sodann zum Pfarrer von Beckenried installiert; der dortige Pfarrer Käslin hatte nämlich auswandern müssen, und das Volk wählte P. Michael, um diesem die Pfründe offen zu halten. Als Käslin 1802 zurückkehren konnte, räumte ihm Pater Michael den Platz und kehrte am 8. März 1802 wieder ins Kloster zurück. Hier wurde er ebenfalls in die Siebnerkommission gewählt, die die Neuregelung der Verhältnisse beraten sollte. Vom 8. August 1805 bis zum 1. Juni 1808 war er Kapitelssekretär und zugleich Unterpfarrer. Da er als solcher gewisse Schwierigkeiten fand, sandte ihn der Abt im Oktober 1808 nach Bellenz, wo er bis zum 7. Oktober 1820 blieb. Er wurde den 6. März 1819 Mitglied der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, als «cultor apium experientissimus». Von dieser Vorliebe für die Bienen zeugen heute noch seine Schriften. Den 10. Oktober 1820 wurde er Statthalter in Pfäffikon und von hier kam er im Februar 1826 als Propst nach Fahr. Am 2. Juni 1828 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich aber wieder erholte. Als er am 20. September 1832 mit den Klosterfrauen zur Erholung nach Einsiedeln kam, erkrankte er hier und erlitt am 16. Oktober einen neuen Schlaganfall; darum wurde er seines Amtes als Propst enthoben. Er starb den 4. Juni 1833 im Alter von 69 Jahren502.

Schriften:
a) Gedruckte:
1. Jesus Christus, der liebenswürdige Gottmensch. Von Nepm. übersetzt. Einsiedeln 1804.
2. Die Freuden des Christen in Gott und Religion. Einsiedeln 1808. Erlebte sehr viele Auflagen.
3. Anleitung, auf die vorteilhafteste Weise Honig und Wachs auszumachen, mittelst einer dazu neu erfundenen, praktisch erprobten Presse, nebst vorangehender Prüfung aller bisher bekannten Ausmachungsarten. Herausgegeben von einem Ehrenmitgliede der Schweizerischen naturforschenden Gesellschaft. Mit Kupfern. Zürich, bey Orell Füssli und Co. 1821. 8 °. 3 Register und 2 Tafeln. Als Honorar für dieses Werklein kam Füssli Gross Künstler-Lexikon in die Bibliothek.
4. Der vom Bisse eines wüthigen Hundes Sterbende Jüngling Franz Joseph Dossenbach, Kantons Zug, Gemeinde Baar, Hof Thalacker den 10. Julius 1801. In einem Briefe an seine Tante, die Gnädige Frau Aebtissin Placida in Hermetschwyl. 8 °. Heft. Unpag. Archiv A. RC, Nr. 622 und M E 337, 6. Erschien gedruckt in der «Neuen Zuger Zeitung» und im «Freischütz». 1880.
5. Aus der Franzosenzeit. Aufzeichnungen von P. Michael Dossenbach (siehe unten Nr. 1 der ungedruckten Schriften). Herausgegeben von P. Rudolf Henggeler in «Heimat-Klänge», Sonntagsbeilage zu den «Zuger Nachrichten», 1. Jahrg., 1921, Nr. 37 ff.
b) Ungedruckte:
1. Wie es mir auf meiner Flucht vor den Franzosen a. 1798 und auf meiner ganzen Auswanderung ergangen sei - kurz und aufgefordert beschrieben von mir selbsten, P. Michael Dossenbach, Kapitular im Gotteshause M. Einsiedeln. 4 °. 103 S. Kal. 1842.
2. Reisebeschreibung, von Bludenz nach Augsburg in Schwaben. 1798. 2. Theil. Von P.Michael Dossenbach. 8 °. 43 Seiten.
3. Tagebuch meiner Bienenzucht. Bellenz. 18. . . . . 4 °.
M E 56, 3.
4. Chronik des Ehrw. Frauen Klosters O. S. B. Fahr an der Limmath. Aus den Urkunden 1830. 8 °. 55 S. (nur die Anfänge). Stiftsarchiv Einsiedeln ohne Sign.
5. Einige wenigstens so gemeinte Verbesserungen und Aeufnungen in der Statthalterej Pfeffikon, unter der Verwaltung des P. M. D., seit dem 13. Oct. 1820 bis den 6. Febr. 1826. Fol. 131 S. B. TG 5.
6. Ein Vorschlag zur Umänderung der Statuten nach der Emigration. 1804. Fol. A. MC 4/5. 10.
7. Lanzi, Geschichte der Malerei. Übersetzt. I. Band.
8. Institutiones oratoriae ad usum scholarum Austriacarum in Compendium redactae. Bellinzonae 1817. 8 °. Heft. 41 S. u. Index. Mscr. M E 252.
9. Vier Briefe über die Vorgänge im Tessin. 1814. In Mscr. 557 (500).
10. Lieder mit Noten. 1791. 4 °. Unpag. Mscr. M E 785. P. Michael kopierte viele Musikalien in der Musikbibliothek.
11. Fragmente in A. OC 16.
12. Sententiae ex S. Scriptura. Unpag.
13. Storia dell Innocente Giuseppe di Egitto. 1817. 41 S. ME 683.
1-4. Faciles aliquot Fabulae pro Exercitio in inferiore Classe Grammaticae Latinae. 1817. Unpag. M E 682.
15. Alcune Favole facili per tradurle in Latino dai Gramatisti. 1817. Unpag.
16. Historia innocentis Josephi Aegyptiaci. Exercitium generale in omnibus regulis Principiorum Latinorum. 1817. 37 S. M E 681.
17. La Storia di Tobia il Vecchio e il Giovine. Messa in forma d'Eserciziper i Giovinetti nella Gramatica e Sintassi. 1817. 49 S. M E 680.
18. Historia Tobiae senioris et junioris in Forma Exercitiorum pro Juvenibus in Gramatica et Sintaxi. 1817. 41 S. ME 680.
19.Die Musik-Handschriften zwischen 1600 und 1800 in der Musikbibliohtek des Klosters Einsiedeln. Ein Katalog zusammengestellt von P. Lukas Helg. Einsiedeln: Selbstverlag des Klosters, 1995.

Portraits:

KAE, F6.0/215


Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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