Person Detail

1617
P.Martin (Peter Aloys Franz Josef) du Fay de la Vallaz von Sitten
Geburtsjahr: 1755  |   Todesjahr: 1832


Professbuch:
Band B, Nr. 483
Kapitel: 13. Professen unter Abt Beat Küttel 1780-1808.
P.Martin (Peter Aloys Franz Josef) du Fay de la Vallaz von Sitten
Professjahr: 1785

Professbuchtext:
P.Martin (Peter Aloys Franz Josef) du Fay de la Vallaz von Sitten. Geboren den 16. November 1755 als Sohn des Stanislaus du Fay de la Vallaz und der Maria Katharina Balet. Er studierte am Jesuitenkolleg in Sitten und trat 1773 in das französische Regiment seines Stiefvaters, des Generals Pankraz de Courten ein, wo er mit 24 Jahren bereits Hauptmann wurde. Eine erste Verlobung wurde dadurch gelöst, daß die Braut, von schwerer Krankheit genesen, ins Kloster ging; eine zweite löste er dadurch, daß er selber sich nach Einsiedeln um Aufnahme ins Kloster wandle. Am 19. Mai 1784 verließ er Saintes, wo sein Regiment lag, und kam über Paris und Besançon am 2. Juni nach Einsiedeln. Nach zweimonatlicher Kandidatur erhielt er das Ordenskleid und legte am 8. September 1785 Profeß ab. Seine Familie, die anfänglich den Klostereintritt nur ungern gesehen, spendete auf diesen Anlaß 100 Flaschen Walliser. Als Auskauf wurden 100 Louisdor gegeben. Schon am 13. September 1785 wurde er Subdiakon, am 10. Juni 1786 Diakon und am 20. Mai 1787 Priester; die Primiz feierte er am 17. Juni 1787.
P. Martin wurde den 30. Oktober 1787 Unterbibliothekar, am 4. Dezember 1789 Katechet für Bennau und am 8. Oktober 1794 Vizekustos; daneben war er Vestiarius. Als die Franzosen 1798 einbrachen, erbat er sich die Erlaubnis, sie in Einsiedeln erwarten zu dürfen; er hoffte, so das Kloster vor dem Schlimmsten retten zu können. Als Schauenburg am 3. Mai nach Einsiedeln kam, empfing er ihn, führte ihn durch das Kloster und empfahl es seiner Milde. Während Schauenburg P. Martin achtungsvoll behandelte, verlangte nach dessen Abreise der Kommandant Choret unter Todesandrohungen die Auslieferung der verborgenen Schätze, die ihm P.Martin natürlich nicht zeigen konnte. Er wurde zunächst während fünf Tagen in seine Zelle eingesperrt; in der Gnadenkapelle konnte er am 4. Mai zum letzten Mal die hl. Messe lesen. Am 9. Mai wurde er in einem Wagen nach dem Hauptquartier in Zürich gebracht, wo Schauenburg ihm, wenn auch höflich, bedeutete, daß er die Schweiz verlassen müsse. Zunächst durfte er sich allerdings nach dem Kloster Fahr begeben, von wo ihn Schauenburg mehrmals als Gast einlud; ein Ansinnen, wieder in die französische Armee einzutreten, wies P. Martin entschieden zurück. Am 26. Mai erhielt er durch Rapinat das Verbannungsdekret zugestellt und wurde alsbald per Wagen, von zwei Husaren begleitet, über Winterthur und Frauenfeld bis nach Konstanz gebracht, wo er freigelassen wurde. Er ging nach dem nahegelegenen Kloster Petershausen, wo er bis zum März 1799 blieb. Seine Verwandten hatten sich unterdessen für die Aufhebung des Verbannungsdekretes verwendet und so konnte er zu seiner Mutter nach Siders gehen. Nach vier Wochen aber kam neuerdings der Befehl, den «Bürger Lavallaz als Ruhestörer und Volksaufwiegler sofort an die Schweizergrenze bei Basel abzuführen». Da sich P. Martin keiner solchen Taten bewußt war, verlangte er, zur Verantwortung vor das Direktorium in Luzern geführt zu werden. Er kam zwar nach Luzern, wo er vier Tage in einem Wirtshause interniert war, dann aber wurde er, ohne sich verantworten zu können, nach Basel weiter geschleppt. An der Grenze ließ man ihn auch diesmal gehen. Er wandte sich nach dem Stifte St. Blasien. Hier und auf der diesem Kloster gehörenden Besitzung in Gurtweil blieb er nun, bis er endlich, am 20. August 1801, vom Justizminister in Bern die Erlaubnis erhielt, seine greise Mutter aufsuchen zu dürfen. Hier blieb er bis zu seiner definitiven Rückkehr nach Einsiedeln, den 11. Februar 1802. Er half in der Folge vor allem wieder im Beichtstuhle aus. Seit dem 2. Dezember 1820 war er Vestiarius. Die Königin Hortense von Holland verehrte ihm am 5. Oktober 1823, anläßlich eines Besuches in Einsiedeln, eine goldene Münze. Nach mehrjährigem Leiden starb er den 4. April 1832 im Alter von 77 Jahren an einem Schlagfluß. «Er predigte ausnehmend schön, hörte viel, meistens französisch Beicht. Vor ungefähr sieben Jahren traf ihn ein Halbschlag, welcher seine ganze rechte Seite lähmte, auch der Sprache beraubte, so dass er nur mehr die Worte: o mon Dieu verständlich aussprechen konnte. Er schien fast immer beym Verstande zu seyn, obschon er sich auch nicht durch Zeichen zu verstehen geben wollte oder konnte; er war immer fröhlich, ass und trank nur einmal des Tages, nämlich zu Mittag»499.

Schriften:
1. Sonntagspredigten. 8 °. Unpag. M E 208.
2. und 3. Festtagspredigten. 2 Bände. 8 °. Unpag. Mscr. M E 349.
4. Autobiographie und sonstige Privatakten in A. OC 14.
5. Les trois récits autobiographiques du P. Martin Du Fay de Lavallaz suivis de 56 piàces inédites. Publiés par André Donnet acec la collaboration de Madame Maire-Anne von Sury-von Roten. (Vallesia 44, 1989).

Portraits:

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KAE, Foto 1.0601.1617.0001

KAE, Foto 1.0601.1617.0002

KAE, Foto 1.0601.1617.0003



Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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