Person Detail

1609
P. Jakob (Gregor) Briefer von Aesch
Geburtsjahr: 1763  |   Todesjahr: 1845


Professbuch:
Band B, Nr. 475
Kapitel: 13. Professen unter Abt Beat Küttel 1780-1808.
P. Jakob (Gregor) Briefer von Aesch
Professjahr: 1782

Professbuchtext:
P. Jakob (Gregor) Briefer von Aesch (Baselland). Geboren den 21. Mai 1763 als Sohn des Jakob Briefer und der Katharina Weber. Profeß 2. Juli 1782. Priester 10. Juni, Primiz 2. Juli 1786.
P. Jakob wurde im Oktober 1787 Rhetorikprofessor, kam aber schon im folgenden Jahre von der Schule weg, um im Beichtstuhl auszuhelfen. Abt Beat schrieb von ihm: «Beide diese jungen Männer (P. Sebastian) machten uns viele Hoffnung, dass selbe brauchbare thätige Männer abgeben möchten. Nur fürchtet man an dem P. Jakob, er möchte sich etwan allzusehr in äusserliche Gegenstände ausgiessen oder von solchen sich hinreissen lassen»488. Und 1790 bemerkt er wiederum: «ein junger fähiger und munterer Mann .... Wenn dieser seinem etwas feurigen und zugleich veränderlichen Temperament nicht underliegt, und so seinem Beruf und auch unserm Erwartungen entsprechen wird, so mag er sich und auch uns mit der Zeit glücklich machen»489. Den 7. April 1790 kam P.Jakob als Lehrer der Rhetorik nach Bellenz, wo er bis zum 8. Oktober 1793 blieb. Im Mai 1794 wurde er Bibliothekar und im November desselben Jahres Katechet für Willerzell, wo er in der Folge bis zur Revolution amtete. Zur Zeit des Exils kam er zuerst nach St. Gerold und wurde im benachbarten Ragal Cooperator. Im Herbst 1799 wanderte er mit andern nach Ottobeuren, von wo er dann nach dem Benediktinerslift St. Emmeram in Regensburg ging. Von dort wandte er sich im Spätjahr 1800 nach Kremsmünster, wo er nach einer Aufzeichnung durch seine Geistesgegenwart dieses Kloster vor Plünderung und Beschädigung rettete. Von diesem Stifte aus erhielt er die Cooperatorstelle in Grünau (Oberösterreich) zugewiesen. Er kehrte erst den 28. September 1806 wieder nach Einsiedeln zurück. Den 28. Oktober 1817 ging er nach Sonnenberg, um dort zu überwintern. Im Oktober 1820 wurde er nach St. Gerold gesandt, um dort in der Seelsorge auszuhelfen und für eine Rückgewinnung dieser Besitzung tätig zu sein. «Eines der ersten und herrlichsten Genies, die ich kenne, und der beste Kanzelredner, den ich je gehört habe,» bemerkt P. Josef Tschudi bei diesem Anlasse490. 1821 wurde P. Jakob Pfarrer von Blons, wo er bis 1833 wirkte. Nachher hielt er sich teils in Pfäffikon, teils in Freudenfels, seit dem Juli 1840 aber wieder in Pfäffikon auf. Am 3. Juli 1836 feierte er in Einsiedeln seine Sekundiz, bei der er selber predigte; bei Tisch gratulierte ihm Abt Cölestin, der einst sein Schüler gewesen war, in eigener Person. P.Jakob starb in Einsiedeln den 11. Mai 1845 im Alter von 82 Jahren. Sein Porträt hängt im Pfarrhof zu Blons. «Er war ein sehr talentvoller, tüchtiger Mann, guter französischer Beichtvater, ausgezeichneter Prediger, guter Organist - längere Zeit Pfarrer in Blons - demütiger und liebevoller Confrater»491.

Schriften: a) Gedruckte:
1. Chronique d'Einsidlen 1787 - wurde grösstentheils von ihm stylisiert, jedoch nicht ganz glücklich, dabei halfen P. Mauriz Brodhag und ein französischer Emigrant.
Flüchtige Blicke auf Schreibseligkeit und Auktorei im Geiste der natürlichen Pressfreiheit für Scribenten und Nichtscribenten. 1819. In Versen. 8 °. 6 Blätter. Ein Bruchstück davon im «Pilger» 1848, S. 385. X 117, 7.
b) Ungedruckte:
1. Einige Predigten in Sammelband: Predigten von Verschiedenen, S. 105-136: Auf Allerseelen 1786. S. 137-192: Sittenrede von den Hindernissen des Heils auf den Sonntag Quinquag. 1799. S. 193-204: Rede auf das Fest der Unschuldigen Kinder 1787. Mscr. M E 336, 3.
Engelweihpredigt in: Predigten auf die Engelweihe 1777-1845. Stiftsarchiv Einsiedeln.
Epigramme von ihm, A. OC 12. - Rede bei seiner Sekundiz, von Abt Cölestin, A.OC 12.
2. Kyrie im Geschmack von Christof Bach.
3. Tantum ergo in F., mit Blasinstr., zu seiner Sekundiz 1836.
4. Kyrie à 2 Orchester für die Engelweihe 1817. O salutaris hostia 420, 10, 12.
5. Domine ad adjuvandum in G ä 4 voc. und Orchester. 1790. Musikbibliothek, Theke 420, 11.

Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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