Person Detail

1532
Br. Matthäus (Beat Josef) Grob von Cham
Geburtsjahr: 1723  |   Todesjahr: 1809


Professbuch:
Band B, Nr. 398
Kapitel: 11. Professen unter Abt Nikolaus Imfeld 1734-73.
Br. Matthäus (Beat Josef) Grob von Cham
Professjahr: 1748

Professbuchtext:
Br. Matthäus (Beat Josef) Grob von Cham. Geboren den 9. November 1723 als Sohn des Johann Heinrich Grob und der M. Katharina Luthiger. Seine Eltern waren bereits gestorben, als er ins Kloster trat, daher sorgten sein Vetter Johann Franz Landtwing, Kurator der Liebfrauenkapelle in Zug und sein Bruder Hans Jakob Grob für ihn. Profeß 21. November 1748. Als Erbe brachte er 100 Thaler mit. Von Beruf war er Müller und Bäcker, wurde aber auch in der Küche verwendet. Er war zuerst in Bellenz, dann über 10 Jahre in der Küche, wo er «von Unvernünftigen als einer nach seinem Geschlecht, secundum nomen suum, als eigenrichtig, geizig etc. durchgezogen wurde, zu seinem Verdienst und Missfallen der Obern, zumal er ein wahrer Religios, fürs Gotteshaus genau doch gerecht hausete»418. Im März 1779 kam er aus der Küche weg und wurde zum «Bettmacher im mittleren Gang bestellt». Mit 75 Jahren mußte Br. Matthäus vor den Franzosen aus dem Gotteshause fliehen. Seine Flucht hatte er selber auf Befehl des Abtes Konrad beschrieben. Er ging am 30. April 1798 zunächst nach Studen, wo ein Landsmann Kaplan war; hier blieb er ungefär ein halbes Jahr. Dann erhielt er von der Verwaltungskammer in Schwyz die Erlaubnis, sich ins Kloster zu den beiden andern Brüdern Nikolaus Kammermann und Anton Keller zu begeben. Auch er erhielt ein Zimmer, Holz, Garten und jährlich 14 Doublonen zugewiesen. In der Nacht des 18. März 1799 wurden sie ins Dorf und andern Tags nach Schwyz geführt, wo sie verhört wurden. Dann kamen sie am 23. Mai nach Luzern und von hier am 20. Juni über Wolhusen, Willisau, Huttwil, Burgdorf nach Bern, wo sie am 23. anlangten. Besonders nahm sich hier der dritte Pastor am Münster, Prädikant Wiß, sehr der Gefangenen an, die in Nidau vor ein Kriegsgericht gestellt werden sollten. Genannter Pastor verhinderte indessen, daß der alte Bruder Mathä auch dorthin kam und nahm ihn gastfreundlich in sein Haus auf; er sorgte auch, daß er täglich in die hl. Messe gehen konnte und an Freitagen und Samstagen Fastenspeisen bekam. Am 27. August gesellten sich die beiden andern Brüder, die, wie übrigens auch Br. Matthäus, freigesprochen worden waren, wieder zu ihm. Sie mußten nun nach St. Urban gehen, wo der dortige Verwalter für sie zu sorgen hatte. Doch hatten sie es hier nicht gut; darum suchten sie fortzukommen. Br. Nikolaus hatte schon am 30. August 1799 seine Heimat aufsuchen können. Br. Matthäus und Br. Anton konnten am 9. September nach Zug, wo sie sich im Kapuzinerkloster einlogierten. Den 21. März 1800 mußten sie sich nach dem Kloster Muri verfügen. Von dort konnten sie am 15. Juni 1801 wieder heimkehren. Br. Matthäus starb erst den 24. Februar 1809 im Alter von 86 Jahren. «Optimus Pistor et molitor ac minister Patrum sollicitus»419.

Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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