E-Archiv - Detail

[ Übersicht ]   [ Liste ]   [ Suche ]
I<<   <<< 100   << 10   < Zurück   |   5 von 10   |   Weiter >   10 >>   100 >>>   >>I
KAE (Archiv) >
Identifikation
TitelRheinauer Archiv
Titel ErläuterungBestände aus dem Kloster Rheinau
Datierung1243-2005
VerzeichnungsstufeTeilarchiv
UmfangTotal: 45.7 Lfm
Kontext
VerwaltungsgeschichteDAS KLOSTER RHEINAU IN STICHWORTEN

Ende 8. Jhr, sicher vor 858: Gründung des Klosters Rheinau
858: Ludwig der Deutsche macht Rheinau zum Reichskloster mit Königsschutz, Immunität und freier Abtwahl
um 850 soll der hlg. Fintan, der sich später als Inkluse bei der Klosterkirche einmauern liess, Mönch in Rheinau geworden sein. Er wird ab dem 11. Jh. als Heiliger und Patron des Klosters verehrt.
888: bezeugte vorromanische Marienbasilika
1114: das Gotteshaus wird zu Ehren Fintans geweiht
11.-13. Jh.: im Westen der Flussinsel lebt eine Schwesterngemeinschaft
1297: erste bezeugte Benediktinerregel
13. Jh.: das Kloster erlebt diverse Herrschaftswechsel
1446: die Gebeine des hlg. Fintans werden entdeckt
um 1450: das Kloster wird mehrmals von Graf Herrmann von Sulz überfallen
1453: Abt Eberhard Schwager schliesst ein Bündnis mit den Eidgenossen und bestellt sie 1455 zur Schirmvogtei
1529: unter Zürichs Einfluss wechselt ein Grossteil der Rheinauer Bürger zum neuen Glauben und veranstaltet einen Bildersturm in der Klosterkirche. Im Zuge der Aufstände flieht Abt Bonaventura I. und Zürich übernimmt die Verwaltung des Stiftes.
1531: Abt Bonaventura I. übernimmt das Kloster wieder
1603: Anschluss des Klosters Rheinau an die Schweizerische Benediktinerkongregation
1678: das Kloster erhält die Herrschaft Ofteringen
1687: das Kloster erwirbt die Herrschaften Mammern und Neuburg
1705-10: unter Abt Gerold II. Zurlauben (1697-1735) entsteht die neue Klosterkirche
18. Jh.: rege Schreibtätigkeit im Kloster (Mauritius Hohenbaum Van der Meer, Blasius Hauntinger, Bernhard II. Rusconi)
13.6.1798: die Mönche müssen das Kloster verlassen, es wird zuerst der Verwaltungskammer Schaffhausen, dann Zürich überlassen
5.12.1799: das Kloster wird als aufgehoben erklärt, trotzdem kehren die Mönche ab 1800 zurück
28.3.1802: Abt Bernhard III. Meyer darf auf Geheiss von Landammann d' Affry zurückkehren, das Kloster wird im Rahmen der Mediation wiederhergestellt und gehört nun politisch zu Zürich
1834: das Kloster wird unter staatliche Aufsicht gestellt
1836: die Aufnahme von Novizen wird verboten
1838: Zürich verkauft Mammern in eigener Regie
3.3.1862: Der Zürcher Grossrat beschliesst mit 157 zu 22 Stimmen die sofortige Auflösung des Klosters, das Gesetz wird am 22.4. definitiv erlassen
22.8.1862: die letzten Konventualen verlassen das Kloster, Abt Leodegar Ineichen zieht als Seelsorger in das Dominikanerinnenkloster St. Katharinenthal bei Diessenhofen
1863: die Rheinauer Klostergebäude werden neu als Psychiatrie genutzt
1869: das Kloster St. Katharinenthal wird ebenfalls aufgehoben
11.9.1876: Leodegar Ineichen stirbt im ehem. Damenstift Schänis



DIE ÄBTE DES KLOSTERS RHEINAU
(seit dem 16. Jahrhundert)

Heinrich VII. von Mandach (1498-1529)
Bonaventura I. von Wellenberg (1529-1555)
Heinrich Schenk von Castell (1555-1559)
Michael Herster (1559-1565)
Johann Theobald Werlin von Greiffenberg (1565-1598)
Gerold I. Zurlauben (1598-1607)
Ulrich Koch (1607-1613)
Eberhard III. von Bernhausen (1613-1642)
Bernhard I. von Freyburg (1642-1682)
Basilius Iten (1682-1697)
Gerold II. Zurlauben (1697-1735)
Benedikt Ledergerber (1735-1744)
Bernhard II. Rusconi (1744-1753)
Roman Effinger (1753-1758)
Januarius I. Dangel (1758-1775)
Bonaventura II. Lacher (1775-1789)
Bernhard III. Meyer (1789-1805)
Januarius II. Frey (1805-1831)
Januarius III. Schaller (1831-1859)
Leodegar Ineichen (1859-1862)
BestandsgeschichteBereits Anfang 1863 sendet Abt Leodegar Ineichen einen Teil der aus Rheinau mitgenommenen Bücher und Archivalien nach Einsiedeln. Dabei handelt es sich um die Scripta Rhenoviensia historica, wie aus einem Briefwechsel zwischen dem damaligen Bibliothekar P. Gall Morel und Abt Leodegar Ineichen hervorgeht. Am 20. November 1863 kommen noch einmal 13 Kisten mit Büchern nach Einsiedeln (vgl. Verzeichnis in RO 2). P. Gall Morell legt dem Abt von Einsiedeln bereits einen Tag später ein Verzeichnis der erhaltenen Bände vor. Diese umfassen 179 Nummern, ohne die Miscellanien Van der Meers. Letztere bringt er im Archiv unter, während die übrigen im so genannten Doublettenzimmer, bzw. die besseren und älteren Manuskripte alle im feuerfesten Gewölbe aufbewahrt werden.
Diese Bestände sind als Depositum nach Einsiedeln übergeben worden. Erst bei seinem Tod 1876 vermacht Abt Leodegar Ineichen dem Kloster Einsieden die Bestände, die sich bereits dort befinden, sowie jene, die er in St. Katharinenthal und Schänis bei sich hatte. So gelangen z.B. auch die Schriften der St. Katharinentaler Priorin Josepha von Rottenberg ins Rheinauer Archiv. Der schriftliche Nachlass von Abt Leodegar Ineichen kommt aufgrund einiger Formfehler in seinem Testament erst 1878 nach Einsiedeln und wird ebenfalls den Rheinauer Sachen zugeordnet.
Zu dieser Zeit ist P. Gabriel Meier Bibliothekar. Er reiht einen Teil der neu erhaltenen Bestände zusammen mit denen von 1863 (ausgenommen die Repertoiren und die Miscellaneen Van der Meers) in die Einsiedler Handschriftensammlung ein. Tagebücher und ähnliches bringt er im Stiftsarchiv unter. Dabei werden einige inhaltliche Ordnungen aufgebrochen.
Erst im Sommer 1920 werden die Rheinauer Bestände, welche Rheinau betreffen (d.h. ohne die heutigen MR-Signaturen und mit Ausnahme der RO-Signaturen) in einem eigenen Raum als Rheinauer Archiv zusammengefasst. Dies geschieht durch P. Rudolf Henggeler, der den aus 570 Nummern mit rund 800 Einheiten bestehenden Manuskriptbänden eine R-Signatur zuordnet und die Akten grob verzeichnet. (vgl. KAE. Rheinau RO 1)
Was mit Rheinau nicht direkt zu tun hat, wird der Einsiedler Manuskriptensammlung überlassen, wo es unter der Signatur MR einen eigenen Bestand bildet. Dort stehen auch alle bereits 1863 und 1878 dahin eingeordneten Bände. Dabei handelt es sich einerseits um historische Schriften (Nr. 513-563) und andererseits um Werke asketischer und verschiedener Natur (Nr. 701-776). Im Sommer 1964 werden 31 Bände mit den Signaturen MR 4-35 aus der Einsiedler Manuskriptensammlung ebenfalls ins Rheinauer Archiv verschoben. Dabei handelt es sich um völlig verschiedene Werke, allerdings lässt sich eine Tendenz zu historischen Schriften und Berichten von/über Heilige feststellen.
Von den Urkunden und Akten gelangen die Conventualia (RA B I-IV), die Partizipantes (RA B V) und die Hierarchia (RA C III-V) nach Einsiedeln. Ein Teil der Hierarchia (C I-II) kam vermutlich ins Rheinauer Pfarrarchiv. Diese Aktenstücke betreffen u.a. die Klosterkirche, die Pfarreien, Reliquien, Ablässe, Bruderschaften und Paramente.
Daneben kommen auch die Gratialia (CC I) und diverse Korrespondenzen (CC III) nach Einsiedeln.
Inhalt und innere Ordnung
Form und InhaltDie Bestände des Rheinauer Archivs bestanden ursprünglich aus den zwei Gruppen (1) Urkunden und Akten und (2) Manuskriptbände, welche (2a) Rheinau direkt betreffen und (2b) von dort stammen, aber Rheinau nicht direkt betreffen. Neu bilden Beständen, die seit dem Reorganisationsprojekt neu im Rheinauer Archiv sind, aber noch keine Signatur hatten, eine dritte Gruppe (3). Dazu gehören auch verschiedene neuere Findmittel (u.a. von Henggeler) zum Rheinauer Archiv in Einsiedeln.
Gruppe 1 = Bestände B, C, CC und RA
Gruppe 2a = Bestand R
Gruppe 2b = Bestand MR
Gruppe 3 = Bestand RO
Ordnung und Klassifikation- Bestände B, C, CC, RA = 1920 grob geordnet und verzeichnet (vgl. KAE, Rheinau RO 1) durch P. Rudolf Henggeler, im Reorganisationsprojekt z.T. neu mit einer Signatur versehen
- Bestand R = 1920 geordnet und verzeichnet (vgl. RO 1) und mit R-Signaturen versehen durch P. Rudolf Henggeler
- Bestand MR = zu-/eingeordnet durch P. Gall Morel, P. Gabriel Meier und 1920 durch P. Rudolf Henggeler verzeichnet (vgl. KAE, Rheinau RO 1)
- Bestand RO = zu-/eingeordnet durch P. Gall Morel, P. Gabriel Meier, P. Rudolf Henggeler, im Reorganisationsprojekt definitiv mit einer Signatur versehen und ins Rheinauer Archiv eingeordnet.
- Zusätzliche Einzelstücke = (Urkunde: KAE, Rheinau L I.1 und Plan: KAE, Rheinau Plan 1)
Zugangs- und Benutzungsbedingungen
Sachverwandte Unterlagen
PublikationenP. Rudolf Henggeler: Das Rheinauer Archiv in Einsiedeln, in: Archivalia et Historica. Arbeiten aus dem Gebiet der Geschichte und des Archivwesens. Festschrift für Prof. Dr. Anton Largadièr, Zürich 1958, S. 51-60.

Stähli, Margrit: "Von der Notwendigkeit der Wissenschaften überhaupt und besonders in Rücksicht auf Ordens Geistliche". Schwerpunkte des Handschriftenbestandes in der Bibliothek Rheinau, 2009. (Unpublizierter Aufsatz im Rahmen der Rheinau-Ausstellung in der Zentralbibliothek Zürich).
Anmerkungen
Informationen des BearbeitersR 1-99a:
- Titel: Verkürzte, zitierfähige Variante des Originaltitels, inkl. Datum und Autor. (klass. Latein, Kleinschreibung)
- Originaltitel: Vollständige Aufnahme des Originaltitels, wenn dieser nicht identisch ist mit dem Titel.
- Form und Inhalt: Deutscher Titel

alle:
- Titel: Verkürzte, zitierfähige Variante des Originaltitels, inkl. Datum und Autor, durch Komma getrennt. (klass. Latein, Kleinschreibung) Ohne Punkt am Ende.
- kein Originaltitel (nur R 1-99)
- Form und Inhalt: wenn möglich deutscher Titel, event. Auffälligkeiten
- Umfang: Seitenangabe wenn möglich, wenn nicht "unpaginiert" oder "teilw. paginiert" (z.B. bei verschiedenen Teilen, aus denen der Band besteht) eintragen, Buchformat angeben
- Signatur wird bei mehreren Bänden in einem Dossier neu vergeben, durch Punkt getrennt (Bsp. R 38.1 und R. 38.2)
- Autor: momentan noch im Titelfeld angegeben, in eckigen Klammern, wenn die Zuschreibung von Henggeler stammt und nicht aus dem Text selbst ersichtbar wird oder sonst unsicher ist. Für die Äbte ab 1600 wurde ein Personeneintrag erstellt und jeweils der entsprechende Link im Autor- oder Personenfeld gemacht.
VerzeichnungsgrundsätzeUmfang (nach den Richtlinien der Dt. Bibliothek Frankfurt a.M., gemessen an der Höhe des Buchrückes):

gr. 2°: gross Folio: über 45cm
2°: Folio: 40-45cm
gr. 4°: gross Quart: 35-40cm
4°: Quart: 30-35cm
Lex. 8°: Lexikonformat: 25-30cm
gr. 8° gross Oktav: 22,5-25cm
8°: Oktav: 18,5-22,5cm
kl. 8°: klein Oktav: 15-18,5cm


KAE, Rheinau RBücher und Akten aus dem Kloster RheinauBestand: 38.7 Lfm1243-1955
KAE, Rheinau MRHandschriften in den Rheinauer Beständen ohne Bezug zum Stift. (MR = Manuscripta Rhenaugensia)Bestand: 0.7 Lfm1531-1850
KAE, Rheinau ROUnterlagen zu Rheinau und zur Herrschaft Mammern. (Rheinauer Material ursprünglich ohne Signatur)Bestand: 0.6 Lfm1300-2005
KAE, Rheinau BConventualia (B I-IV) und Participantes (B V)Bestand: 1.8 Lfm1321-1850
KAE, Rheinau CHierarchia (C III-V)Bestand: 0.9 Lfm1300-1827
KAE, Rheinau CCGratialia (CC I) und Miscellanea (CC III)Bestand: 0.15 Lfm1280-1850
KAE, Rheinau RAAkten aus dem Kloster RheinauBestand: 2.85 Lfm1575-1962
KAE, Rheinau L I.1Heinrich von Klingenberg, Bischof von Konstanz, inkorporiert die Pfarrei St. Niklaus auf dem Berg in Rheinau unter Vorbehalt der Rechte des Bistums zur Verbesserung der ökonomischen Situation dem Kloster RheinauIndividualstück: 1 Urkunde1296Urkundenarchiv
KAE, Rheinau Plan 1"Plan des Closters und der Statt Rheinau"Individualstück: 1 Plan1750 (ca.) -1850 (ca.)
[ Übersicht ]   [ Liste ]   [ Suche ]
I<<   <<< 100   << 10   < Zurück   |   5 von 10   |   Weiter >   10 >>   100 >>>   >>I
Letzte Aktualisierung: 27.11.2013 – Impressum
Creative Commons Lizenzvertrag Soweit nicht anders angegeben, unterliegen die Inhalte dieser Site einer Creative Commons Schweiz CC BY-NC-SA 2.5 Lizenz.