Person Detail

1702
P. Rupert (Johann Otmar) Ledergerber von St. Fiden
Geburtsjahr: 1810  |   Todesjahr: 1867


Professbuch:
Band B, Nr. 568
Kapitel: 15. Professen unter Abt Cölestin Müller 1825-46.
P. Rupert (Johann Otmar) Ledergerber von St. Fiden
Professjahr: 1829

Professbuchtext:
P. Rupert (Johann Otmar) Ledergerber von St. Fiden. Geboren den 9. März 1810 als Sohn des Josef Ledergerber und der Magdalena Wüescht. Profeß 10. Mai 1829. Priester 13. April, Primiz 11. Mai 1834.
Von 1834-36 war P. Rupert erster Caeremoniar. Dem Gymnasium, an dem er von 1834-35 lehrte, stund er seit dem 23. September 1836 als Präzeptor (Präfekt und Rektor) vor; zugleich lehrte er Syntax und Rhetorik. Den 17. Oktober 1849 kam er von der Schule weg und wurde Fraterinstruktor. Am 3. September 1853 erfolgte seine Ernennung zum Subprior und am 2. Mai 1855 zum Stiftsdekan. Daneben wirkte er von 1851-63 als Theologieprofessor; er kannte sich vorab auf dem Gebiete der Liturgik aus. Schon längere Zeit leidend und immer etwas kränklich, starb er den 7. Oktober 1867 an Magenkrebs, 58 Jahre alt. Eine Schwester war als Schwester Bernardina ins Kloster Wonnenstein eingetreten und wurde durch ihr heiligmäßiges Leben bekannt. P. Rupert selber «war ein sehr frommer Religios, der mit grösstem Eifer alle seine Amtspflichten erfüllte und für alle und alles wie ein Vater sorgte»599. «Schon früh lernte er jene unermüdete Thätigkeit üben, die einen so hervorstechenden Zug in seinem Charakter bildete. Nicht nur hielt er seine vielen Schulstunden immer mit der grössten Genauigkeit ein und korrigierte fleissig die schriftlichen Arbeiten der Schüler, sondern er führte auch allein, in der Studier- wie in der Erholungszeit, die Aufsicht über sämtliche Zöglinge und er schien sich in seiner doppelten Eigenschaft als Professor und Präzeptor eigentlich vervielfältigen zu können . . . Auch in seiner spätern, höhern Stellung gab er den Novizen fortwährend in einzelnen Disziplinen Unterricht und blieb auch mit den Studenten in fortwährender mannigfacher Verbindung als Rathgeber, als Seelenführer, als Mitbegründer und Vorsteher der Marianischen Sodalität, an deren Spitze er als Präses noch bis zum Jahre 1860 gestanden.
Als Dekan hat er durch 12 Jahre dem Kloster durch weise Leitung des innern Lebens die wesentlichsten und unfehlbarsten Dienste geleistet und auch in seinen mannigfachen Beziehungen nach aussen, in seinen vielfältigen Verbindungen mit Geistlichen und Laien, durch sein taktvolles, edles, offenes, vom Geiste der tiefsten Religiosität getragenen Wesen, die allseitigste Anerkennung sich erworben. Und doch lag nichts weniger in seiner Natur, stimmte nichts weniger zu seiner aufrichtigen und tiefen Demuth, als irgendwie Aufsehen machen zu wollen; vielmehr war sein Wirken immer ein stilles und ruhiges, wie es in seinem ganzen Charakter und selbst in seinem äussern Auftreten sich aussprach. Als Mittelpunkt all seines Sinnens, Thuns und Strebens erscheint immer und überall sein heiliger Eifer für die Ehre, für die Interessen seines Gottes und obenan stand bei ihm stets die Satzung der hl. Ordensregel: Ut operi Dei nihil praeponatur. Dies zeigte sich besonders in der ganz ausserordentlichen Sorgfalt, mit der er alles, was den Chordienst und die kirchliche Liturgie betraf, behandelte und hierin seine eigentliche Erholung fand. Er war ein vortrefflicher Rubrizist, die kirchlichen Zeremonien waren ihm völlig geläufig und er verrichtete dieselben bei den vielen Funktionen, die ihm als Dekan oblagen, mit einer solchen Würde, er wusste ihnen einen solchen Geist der Weihe einzuhauchen, dass man unwillkürlich zur Andacht gestimmt wurde. Nicht minder als in der Liturgik, war er in der Aszese und Moraltheologie bewandert, die er als die vorzugsweise praktischen Theile der hl. Wissenschaft mit besonderer Vorliebe pflegte»600. Sein von Josef Stocker gemaltes Porträt hängt im Kapitelssaal.

Schriften: a) Gedruckte:
1. Die Marianische Sodalität für die studierenden Jünglinge der Schulanstalt des Stiftes Maria-Einsiedeln. Mit Genehmigung geistlicher Obern. Einsiedeln 1854, gedruckt bei Gebr. Benziger. 12 °. 144 Seiten nebst Zugabe (Gebete) 36 Seiten. - 2. Auflage. Mit Approbation des hochw. Bischofs von Chur. 1860. 12 °. 240 Seiten, nebst Verzeichnis der Mitglieder von 1852-60. 30 S. X 1202.
2. Vade mecum sive Libellus Precum ad usum praecipue Juventutis studiosae accommodatus. Superiorum permissu. Einsidlae Typis Fratrum Caroli et Nic. Benziger, 1851. 18 °. 552 S. P. Conrad Effinger war der Hauptverfasser. X 1415.
b) Ungedruckte:
1. Ethica generalis. 16 °. Unpag. M E 749.
2. Pädagogik, vorgetragen von Dr. Alban Stolz, 1851/52. 2 Hefte. Unpag. M E 528.
3. Pastoral und Liturgik. 1851. 8 °. Unpag. ME 180.
4. Predigten 1837-56. 8«. Unpag. M E 251.
5. Predigten. 8 °. Unpag. M E 251.
6. Predigten 1836-54. 8 °. Unpag. M E 251.
7. Predigten über den Englischen Gruss. Die Gebote der Kirche u. a. Predigten bei den Studenten. Gr. 8 °. Unpag. M E ohne Sign.
8. Festpredigten in der Stiftskirche und anderswo. Gr. 8 °. Unpag. M E ohne Sign.
9. Predigten über das Glaubensbekenntnis, das Vater unser. Vor der hl. Kommunion (von 1838 an). Gr. 8°. Unpag. M E ohne Sign.
10. Predigten in der Stiftskirche von 1836 an. Gr. 8 °. Unpag. M E ohne Sign.
11. Predigten und Christenlehren bei den Studenten, 1836 ff. Gr. 8 °. Unpag. M E 66.
12. Ueber Liturgik. Geschrieben von Fr. Georg Ulber. 8 °. Unpag. Mscr. M E 264.
13. Tractatus de examine particularis. M E 823.

Portraits:

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Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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