Person Detail

1625
P. Raphael (Johann Peter Anton Franz Xaver) Genhart von Sempach
Alternative Schreibweisen: Raffael, Raffaele
Geburtsjahr: 1767  |   Todesjahr: 1841


Professbuch:
Band B, Nr. 491
Kapitel: 13. Professen unter Abt Beat Küttel 1780-1808.
P. Raphael (Johann Peter Anton Franz Xaver) Genhart von Sempach
Professjahr: 1787

Professbuchtext:
P. Raphael (Johann Peter Anton Franz Xaver) Genhart von Sempach. Geboren den 26. November 1767 als Sohn des Anton Genhart und der Elisabeth Dommann. Profeß 21. November 1787. Priester 19. Juni, Primiz 26. Juni 1791.
Seit dem 19. Oktober 1792 lehrte P. Raphael die Humaniora, später Philosophie und seit dem 18. Oktober 1797 Theologie. Zur Zeit des Exils hielt er sich zunächst bis 1799 in St. Gerold auf, dann ging er nach dem Kloster Fiecht und von dort im Januar 1801 nach Admont, wo er als Professor für Kirchengeschichte, Kirchenrecht, Moral und Pastoral tätig war. Er kehrte 1804 wieder nach Einsiedeln zurück und wurde hier Bibliothekar, daneben lehrte er Philosophie und Theologie. Im November 1815 kam er als Propst nach Bellenz, wo er bis 1836 blieb. Er wurde den 29. Juli 1818 Mitglied der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft und war bei deren Versammlung in Lugano, 22. bis 24. Juli 1833, Vizepräsident. Den 7. Oktober 1832 wurde er Ehrenmitglied der tessinischen Gesellschaft für das öffentliche Wohl. 1836 kehrte er in das Kloster zurück. Anläßlich der Engelweihe hielt er in diesem Jahre eine Predigt von der Unzulässigkeit der natürlichen Religion, was nicht allen gefallen wollte. Er lehrte noch in den letzten Jahren die Fratres Hebräisch. Den 23. September 1841 starb er, 74 Jahre alt. P. Paul Ghiringhelli, sein Schüler, bezeichnete P. Raphael als das größte Talent, das er im Kloster Einsiedeln kennen gelernt. «Es war ein sehr gelehrter und auch ein sehr gottesfürchtiger Religios ... Er verstand die griechische, hebräische, französische und italienische Sprache . . . Von 1836 bis zu seinem Tode lebte er hier im Kloster, wo er mit körperlichen und geistigen Leiden schwer heimgesucht, viel zu ertragen und zu kämpfen hatte, bis er in diesem Fegfeuer gereinigt, von Gott zu sich berufen wurde»510. «Er war ein grosser Tiefdenker, stand überall im Ansehen, war auch Mitglied gelehrter Gesellschaften. Er ist der Verfasser mehrerer Schriften. Als Propst von Bellenz wirkte er nichts, die Oekonomie kam ganz in Verfall. Seine Untergebenen liebten ihn auch nicht sonderlich. In Italien kam er nicht weiter als bis Como. Im Jahre 1837 (recte 1836) bekam er grosse Gewissensskrupel, von denen er sein ganzes Leben hindurch etwas geplagt war. Da ihn diese zu den Geschäften unfähig machten, so rief man ihn zurück. Hier wurde er in etwas beruhigt, gab auch eine Zeitlang einigen Fratres Unterricht in der hebräischen Sprache. Schade, dass dieses Talent keinen grössern Wirkungkreis erhielt, unbegreiflich, dass er Propst wurde und so in ein Element kam, das nicht für seinen Geist war. Von Natur war er sehr hoch, dazu korpulent. Er hatte ein markiertes Antlitz, eine gewölbte Stirne»511. 1806 hätte er Regens in Luzern werden sollen512.

Schriften: a) Gedruckte:
1. Positiones ex Historia Ecclesiastica et Jure Ecclesiastico in Monrio Admontensi sub finem anni scholastici a. salutis 1803 diebus . . . mensis Septembris à P. Raphaele Genhart, Professore approbato, publicae Disputationi propositae et a Discipulis defendendae. Graecii litteris Leykamianis. 1803. 8 °. S. 55-58. X 436, 4.
2. Raphaelis Genhart Aetiologia de Magnetismo Naturali, iis oblata Philosophis, qui Physicam hodiernam ad Phaenomena recentiora magis accomodatam cupiunt. Turici, Typis Orelli, Fuesslini et Soc. 1803. 4 °. 30 Seiten u. eine Tabelle. X 116, 4. E 181, 1. Fp 90 u. 112.
3. Das Verhältnis der Philosophie zur christlichen Glaubenslehre von Raphael Genhart, Capit. von Einsidlen, approb. Professor der Kirchengeschichte und des Kirchenrechtes zu Admont.
Erster Theil: Philosophische Grundlage des christlichen Glaubens. Mit gehöriger Befugniss. Innsbruck, gedruckt mit Wagnerischen Schriften. 1805. 8 °. 144 Seiten.
Zweyter Theil: Verträglichkeit der Philosophie mit jenen Lehren des Christenthums, die unser Zeitalter am meisten befremden. Von P. Raphael Genhart. Bibliothekar zu Einsiedeln. Beym Verfasser mit Benziger und Eberlischen Schriften. 1806. 8 °. 263 Seiten. X 651.
4. Auszüge aus der Naturlehre, für die Hoffnungen des Vaterlandes in den Schulen verfasst. Einsiedeln, gedruckt bei Benziger u. Eberle, Kantonsbuchdruckern. 1805. 8 °. 56 S. (Anonym als Raymund Idiota.) X 116, 2.
5. Grundzüge des Naturmechanismus. Nach dem Manuscript eines unbekannten Forschers. Herausgegeben von Raphael Genhart. Erstes Heft. Mit gehöriger Befugniss. Schatfhausen, in der Hurter'schen Buchhandlung. 1834. Groß 8». 73 Seiten. X 116, 3. F 312 und 510, 5.
6. Hausbuch zur Erhaltung des wahren Glaubens für uns und die Nachkommenschaft.
I. Uebernatürliche Offenbarung der Grabstätte des hl. Stephanus, der heil. Gervasius und Protasius und anderen Bekenner, nebst dem Zeugnisse der heil. Väter Ambrosius und Augustinus von den Wunderzeichen, die bei den hl. Reliquen geschehen sind. Von Raphael Genhart, Ordenspriester in Einsiedeln. Einsiedeln, im Verlage bei Gebrüdern Karl und Nikolaus Benziger. 1839. 8 °. S. 1-48.
II. Ueber die Völkererziehung durch die Apostel und ihre Nachfolger, sammt einer kurzgefassten Antwort auf die Frage der Ungläubigen: «Wer ist Jesus Christus?» - Von Raphael Genhart, Ordenspriester in Einsiedeln. Einsiedeln, gedruckt und im Verlag bei Gebr. Karl und Nikolaus Benziger. 1839. 8 °. S. 49-118. X 116, 1. Do 382.
7. Von der kirchlichen Autorität des hl. Petrus und seiner Nachfolger. 1837. Separatabzug aus ? 4 S. Ha 251, 13.
8. Ueber die Volkserziehung durch die Apostel Jesu Christi und ihre Nachfolger. «Katholischer Religions- und Kirchenbote». Luzern. Jahrgang 1839.
b) Ungedruckte:
1. Vom Ursprung, Zweck und Unterschied der geistlichen und weltlichen Autorität nach R. G., für die österreichischen Staaten approbierten Professor der Kirchengeschichte und des Kirchenrechtes. - Ueber die mosaische Schöpfungsgeschichte. - Fragmente über den Primat. - Ueber die alleinseligmachende katholische Kirche. (In den letzten Lebensjahren (1837) geschrieben; doch nicht von seiner Hand.) 8 °. Unpag. ME 249.
Applicatio principii philosophici ad dijudicandas variorum temporum Philosophicas, descriptas a? - Theses ex Logica et Psychologia pro Examina 1807/08. 8 °. 14 S. Mscr. ohne Sign.
3. Nova Theoria Mechanicae naturalis, perhibens causam niechanicam Cohaesionis, Attractionis, Magnetismi, Elasticitatis, Aequilibrii, in vecte Electrictitalis et Galvanismi. Proposita est disputationi publicae ad diem 17. et 18. Maii in Schola Eremitana sub Principe Abbate Beato restituta. Denuo proposita est Disputationi universali ad diem 23. Novemb. 1808 sub eodem Professore. Defenderunt RR. FF. Augustinus Frey, Gregorius Waibel, Meinradus Kälin, Beda Eggenschwyler. 8 °. 44 S. M E 596.
4. Mechanicae naturalis Illustratio exhibens causam mechanicam etc. (ut supra). Defekt und von anderer Hand. Verhältnis der Philosophie zur christlichen Glaubenslehre von P. R. G., Cap. zu Einsiedeln, Professor der Kirchengeschichte und des Kirchenrechtes zu Admont. (Autogr.). - De Jesu Christo D. N. 8 °. Unpag. M E 244.
5. Grundzüge meiner Theorie vom Weltengebäude. 8 °. 104 S. Mscr. 966 (716).
6. Grundzüge. H. Genharts Theorie vom Weltengebäude (geschrieben von?). 8 °. Unpag. Mscr. ohne Sign.
7. Abhandlung über das Ursprüngliche oder Constitution in der Natur. (Eingangs Hymnus in Laudem Sacrificii von P. R. G., aber von anderer Hand.) Fol. 58 S. Z. T. Unpag. M E 45.
8. Ueber Natur Magnetismus. Fol. 156 S. M E.
9. Noten über Physik. 8 °. Unpag. M E 45.
10. De fatis Ecclesiae prosperis ex Actibus Apost., Tiberius, Pantaenus, Origines, Gothi Metensis, Coloniensis, Plinius, Tertullian. 8 °. 27 S. M E 220.
11. Rechnungsbuch für 1805 mit physikalischen Abhandlungen. Fol. Unpag. Mscr. ohne Sign.
12. Theses theologicae, Ethica christiana. Theses ex Theologia et Morali. Pentateuchus et Introductio in Libros Veteris et Novi Testamenti. Geschrieben von P. Johann Bapt. Stöckli. 8 °. Unpag. M E 311.
13. De Physica Tractatus. - Grundzüge einer Theorie vom Weltengebäude. Geschrieben von F. Johann Bapt. Stöckli. 8 °. 107 u. 124 S. Unpag. M E 310.
Ihm ward gewidmet: Celebrando La prima S. Messa il Reverendo Signore D. Gio. Fratecolla di Bellinzona. Sonetto dedicato al merito impareggibile del Reverendissimo Padre D. Raffaele Genhard Preposto .... Padrini del suddetto Candidato. 1817. Folioblatt gedruckt. Archiv RC 627.

Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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