Person Detail

1451
P. Thomas (Franz Jakob Josef) von Rechberg aus Altdorf
Geburtsjahr: 1706  |   Todesjahr: 1750


Professbuch:
Band B, Nr. 317
Kapitel: 10. Professen unter Abt Thomas Schenklin 1714-34.
P. Thomas (Franz Jakob Josef) von Rechberg aus Altdorf
Professjahr: 1723

Professbuchtext:
P. Thomas (Franz Jakob Josef) von Rechberg aus Altdorf. Geboren den 4. Juni 1706 als Solin des Franz Heinrich von Rechberg und der Maria Rosa Tanner. Er kam den 16. September 1720 als Schüler nach Einsiedeln. Profeß 25. April 1723. Priester 3. Juni 1730.
P. Thomas wirkte fast sein ganzes Leben als Lehrer an der Schule, zunächst für Rhetorik, dann aber als Professor für Philosophie und Theologie. Zunächst lehrte er im Stifte, dann aber auch in Bellenz. Er hielt den 24. September 1736 und wiederum den 18. September 1738 feierliche Disputationen ab. Für die Engelweihe 1738 verfaßte er eine Komödie. Jedenfalls im folgenden Jahre kam er nach Bellenz, denn 1740 mußten für ihn dorthin 50 Thesen gedruckt werden. Im August 1745 hielt er daselbst wieder eine feierliche Disputation ab (s.u.), für die ein großes Schabkunstblatt (153 X 83 cm), durch J. B. Rüepp in Augsburg entworfen und von Götz und Klauber gestochen, erstellt wurde, das den hl. Benedikt darstellt. Im Februar 1749 kam er nach Hause wegen Podagra und Asthma. Am 28. Oktober d. J. konsultierte er mit P. Anselm Dr. Hottinger in Zürich. Am folgenden 8. Dezember erlitt er in der Gnadenkapelle einen Schlaganfall; doch erholte er sich wieder so, daß er nach Pfäffikon gehen konnte, wo er aber den 14. Januar 1750 einen neuen Schlaganfall bekam. Zu seiner Kur brauchte man Vipern aus Italien, wovon eine am 18. Februar 1750 den Apothekerbuben biß; doch nützte diese «Vipernkur» nichts. Den 23. März trug sich eine fremde Weibsperson aus Solothurn an P. Thomas, der immer noch nicht reden konnte, «in wenig Tagen zu restituieren, ungeachtet doch Hr. Doktor noch Chirurg disem bishero nit helfen können». Aber vielleicht gelte da das Wort: «infirma elegit Deus ut confundat fortia», meint Schlageter. Doch am 29. März verlor er zum dritten Male die Sprache und am 1. August 1750 starb er. «P. Thomas, ein Herr von 45 Jahren, übrigens von gesundesten aus dem Convent, auch einer von gelehrtesten Professoribus, ist den 1. dis nach langwüriger, sehr beschwärlicher Wassersucht, so nunmehro zu männiglichem Verwundern gemein und überhand nemmen wollte, ohne dass man eigentlich ein Ursach wüssen möchte, da doch fast manns Denkhen man kaum einen wüssen kann, an der gleichen effekt gestorben sei»342. «Musicus peritus, vir doctus et professor clarissimus, corporis habitu spectabilis gratoque aspectu, plura certe memento haud contemnendi in Monasterium et religionem benedictinam merita ab hoc viro haud abs re exspectasses, si vita ei longior contigisset» (Kapitelsakten) . - Er war erst 45 Jahre alt343.

Schriften:
a) Gedruckte:
1. Medium omnis humanae scientificae cognitionis. Einsidlae 1736. Per M. Eberle. 8 °. 296 S. u. Register. X 328. E 792.
2. Disputatio philosophica 1736. Dc 279.
3. 50 Thesen für P.Thomas nach Bellenz. 1740. Rechnungsbuch der Druckerei.
4. Theses ex universa Philosophia sub gloriosissimis ac gratiosissimis auspiciis Reverendissimi ac Celsissimi S. R. Principis Dni Dni Nicolai de Rupe Abbatis ac Almae Congregationis Helveto-Benedictinae Visitatoris, Publicae Disputationi in Lycaeo Benedictino-Bellinzonensi ab Adm. Revdo Clarmo D. P. Thoma Angelico de Rechberg Professore Philosophiae Ordinario Defendentibus perdoctis D. D. Josepho Antonio Varena Clerico et Carolo Ferdinando Fidele Daumeisen. Die .... Augusti 1745. Thesenblatt in den Stiftssammlungen.
b) Ungedruckte:
Scripta philosophica. 8 °. 292 u. unpag. S. Mscr. 883 (755).

Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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