Person Detail

1404
P. Josef (Johann Ludwig) von Roll aus Solothurn
Geburtsjahr: 1689  |   Todesjahr: 1756


Professbuch:
Band B, Nr. 270
Kapitel: 9. Professen unter Abt Maurus von Roll 1698-1714.
P. Josef (Johann Ludwig) von Roll aus Solothurn
Professjahr: 1705

Professbuchtext:
P. Josef (Johann Ludwig) von Roll aus Solothurn. Geboren den 20. Januar 1689 als Sohn des Pannerherrn Johann Friedrich von Roll und der Maria Kleopha Sury. Er war ein Neffe des Abtes Maurus. Profeß 7. Juni 1705. Priester 26. März 1712. Als Erbe bekam er 2000 fl. Das prächtige (rote) Meßgewand, das er auf seine Primiz erhielt und welches das v. Roll'sche Wappen aufweist, hat sich noch erhalten.
P. Josef wurde bald nach seiner Primiz Philosophieprofessor, später (1714) lehrte er auch Theologie. Den 31. August 1718 hielt er eine feierliche theologische Disputation ab. Den 13. Januar 1720 wurde er Propst in Bellenz; wahrscheinlich war er vorher dort Philosophieprofessor. Anläßlich der Engelweihe predigte er den 20. September 1721. Bis im November 1739 blieb er in Bellenz, dann wurde er am 28. November 1739 zum Propst in Fahr ernannt, wo unter ihm die dortige Kirche gebaut wurde. Eine Inschrift an der Tabernakeltür des Hochaltars erinnert heute noch an ihn. Am 28. Januar 1740 wurde er Notarius Apostolicus. 1742 mußte er in der Konstanzer Angelegenheit nach Rom; die ganze Reise kostete nicht weniger als 18,000 Pfund. Im gleichen Jahre kam er, als es sich am 27. September um die Besetzung der Abtei Disentis durch die Kongregationsäbte handelte, als Abt in Frage. Da aber seine Familie ganz auf Frankreichs Seite stund, sah man von ihm ab und wählte P. Bernhard Frank von Frankenberg aus St. Gallen. Den 15. November 1747 mißhandelten ihn fünf französische Deserteure, worauf der Rat von Zürich einschritt; hingegen mußten er und der Abt von Mariastein am 16. September 1748 sich von Schulbuben in Zürich auf offener Straße insultieren lassen. P. Josef starb als Propst in Fahr den 13. März 1756 im Alter von 68 Jahren. «Vir magni ingenii magnique apud Tigurinos nominis»317.

Schriften:
a) Gedruckte:
Dreifacher himmlischer Segen über Coelestinum II. (Gugger von Staudach aus Feldkirch), Abten des Fürstlichen Stiftes St. Gallen. In einer Ehrenpredigt bei dessen Abbatial-Benediction vorgestellet. Fol. Stift St. Gallen. 1741. Katalog der Aarg. Kantonsbibliothek III, 95.
b) Ungedruckte:
1. Comoedie oder Festspiel auf das Rosenkranzfest am 7. Okt. 1714. «Geschichtsfreund», Bd. XVII, S. 114.
2. Von ihm und an ihn sind merkwürdige Briefe im Archiv, besonders einige von Kardinal Lambertini, nachher Papst Benedikt XIV. (Vide Chronik 1823, S. 198.)

Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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